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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 10. December 2019 · 04:31 Uhr
 
 
 

Maschinen-Stillstand

Max Weickmann sorgt für neue Mobilität

Bald 45 Jahre im Geschäft: Gerda und Max Weickmann (Foto: öxler)

Wenn der Mähdrescher streikt und die Kreiselegge nicht funktioniert… kann dies etliche Gründe haben. Bei Johann »Hans« Huber standen beide landwirtschaftlichen Maschinen aus demselben Grund: die Lager haben gestreikt, waren abgenutzt. Kein großes Ding für den Landwirt aus Lukka, nur eine Fahrt nach Arnbach, zu Max Weickmann. Als langjähriger Kunde des Wälzlager-Profis setzte er darauf, dass ihm der alte Hase im Geschäft einmal mehr aus der Patsche hilft. Was Hans Huber aber nicht wusste, dass der Weicki, wie ihn alle nennen, und ich gerade überlegten, wie sein aktuelles ProfiPorträt – hinsichtlich Thema und Bebilderung – aussehen solle. Wir unterbrachen unser Gespräch. Kundschaft geht vor… Da sich dann an der Verkaufstheke ein kleines Problem ergab, schlug ich vor, diese Situation zum Thema zu machen. Kein großes Problem und kein großes Thema, aber für mich die Gelegenheit, mal zu beobachten wie der Weickmann-Service funktioniert. Seit 15, 20 Jahren, genau weiß ich es gar nicht mehr, berichte ich vom Alltag des Lagerspezialisten und seinem Rundumservice. Seine Frau Gerda und er haben mir von Anfang an Einblicke in ihr Reich gewährt, die Lagerhaltung von mehr als 10.000 verschiedenen Artikeln erklärt, die Versandabwicklung von Kugellagern gezeigt. Ich war mit bei Kunden dabei, konnte diese nach ihrer Meinung befragen, sehen, wo überall Lager benötigt werden. Wie aber hier, im »Weickmannschen Kompetenzzentrum« Probleme angegangen werden, schnell und unkompliziert, war ein Novum für mich. Freilich erzählt haben sie mir es: dass sie auch über seltene Lager, Raritäten sozusagen, verfügen… dass sie bei größeren Stückzahlen Sonderanfertigungen nach Wunsch bieten… dass sie, sofern sie benötigte Nadel-, Spindel-, Rad-, Steh-, Spann- und Linearlager und, und, und, nicht vorrätig halten sollten, schnellstmöglich besorgen können. Tja, und dieser Fall schien exakt dann eingetreten zu sein, als ich Freitag vor acht Tagen, am späteren Vormittag, bei Kugellager Weickmann auf der Matte stand: Beide Lager, die Hans Huber für seine landwirtschaftlichen Maschinen benötigte, waren »nicht von der Stange«. Einmal passte zwar die neue Lagerbefestigung, aber das Kugellager selbst war in passender Größe nicht lagerhaltig. Und einmal sah es für Weicki so aus, dass das defekte Lager schon mal unorthodox bearbeitet worden sei. Mit der Schieblehre messen, im Lagerverzeichnis feststellen, dass die Lager bestellt werden müssten, ein paar Telefonate… Nach nur rund 15 Minuten waren die Bestellungen raus und die Ware dem Lukkaer Kunden für Montag eingehend bestätigt. Berücksichtigt man das Wochenende, wäre ein Tag Lieferzeit nicht zu viel versprochen gewesen. Hans Huber bedankte und verabschiedete sich. Er zeigte sich zufrieden und wollte nur noch eins wissen: wann und wo der Bericht erscheinen würde. Für die Weickmanns war’s Routine. Schließlich lautet ihr Wahlspruch seit 1976 bereits »Sie haben die Welle – und wir das Lager!«. Und, falls nicht im eigenen Lager vorrätig, schnellstens besorgt. Profis eben, die man gern weiterempfiehlt, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Wie auch schon die nächsten Themen: Kugellager für einen Oldtimer und ein Betonwerk…