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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 14. December 2019 · 06:57 Uhr
 
 
 

Sport ist in Dachau daheim

45. Sportlerehrung der Stadt Dachau

Kuschelig wurde es, als sich die geehrten Sportlerinnen und Sportler für das Gruppenfoto auf der Bühne versammelten. (Foto: Manfred Sedlbauer)

Über 200 Sportlerinnen und Sportler bekamen letzten Dienstag bei der Sportlerehrung im Ludwig-Thoma-Haus das Attribut »Aushängeschild der Stadt Dachau« verliehen. Die Voraussetzungen dafür waren der Aufstieg in eine bayernweite Wettkampfklasse, der Gewinn einer Bayerischen, Süddeutschen oder Deutschen Meisterschaft oder die Teilnahme an Europameisterschaften, Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen, Paralympics oder Special Olympics.

»Die Schallmauer wurde durchbrochen«. So nannte es Sportreferent Dietz, als er auf die über 200 zu ehrenden Sportler blickte. Insgesamt 209 Athletinnen und Athleten, aber auch Trainerinnen und Trainer wurden bei der 45. Sportlerehrung der Stadt Dachau für ihre herausragenden Leistungen gewürdigt. Egal ob stark im Team, sensationell als Einzelsportler, jung und aufstrebend oder 85 Jahre alt und noch immer nicht satt an Erfolgen – bei der Sportlerehrung kommen jedes Jahr die besten und erfolgreichsten Athleten der Stadt zusammen.

Für den BLSV-Kreisvorsitzenden Günter Dietz war es schon die 18. Sportlerehrung als Sportreferent der Stadt. Durch seine knapp 20-jährige Erfahrung ist Dietz Meister seines Fachs, wenn es darum geht, Auszeichnungen zu vergeben. Und auch an diesem Abend kamen wieder einige hinzu. »Ohne das Ehrenamt ist der Sport für mich nicht vorstellbar. Ich bin verdammt stolz auf unsere Vereine«, würdigte Dietz zu allererst die vielen ehrenamtlichen Helfer und Trainer der 103 Vereine in Stadt und im Kreis Dachau.

Die größte Auszeichnung an diesem Abend bekam Frank Eismann verliehen. Der »Macher von forice 89«, wie Oberbürgermeister Florian Hartmann in höchsten Tönen anerkannte, bekam die silberne Bürgermedaille für besondere sportliche Dienste in der Großen Kreisstadt überreicht. Auch wenn er „»ein Typ für den Vordergrund« sei, wie er selbst verrät, ist Eismann seit vier Jahren Vorstand und Gesicht des Radsportvereins. Mit Eismann kamen viele neue Radler zum Verein. In seinem 30. Jubiläumsjahr zählt »forice 89« rund 240 Mitglieder. »In einen Verein zu gehen und soziale Kontakte zu knüpfen, ist doch das Beste was es gibt. Noch viel schöner als diese Medaille«, schwärmt Eismann von »seinem« Club.

2016 reaktivierte der Vorstand die Radtourenfahrt. Im nächsten Jahr soll es in Dachaus Partnerstadt Klagenfurt gehen. »Die letzten 50 Kilometer wollen wir mit unseren österreichischen Freunden gemeinsam runterstrampeln«, so Eismann. Nur eines von vielen Projekten und Zielen, um den Club und vor allem auch die Stadt Dachau, die ihm eine Herzensangelegenheit ist, zu präsentieren.

Voll wurde es an diesem Abend wieder beim Gruppenfoto der Athletinnen und Athleten des Schwimmvereins Dachau 1925. Insgesamt 54 Schwimmerinnen und Schwimmer wurden für ihre Erfolge ausgezeichnet. Die meisten sind seit Jahren Stammgäste auf der Bühne Ludwig-Thoma-Hauses.

Auch die Teakwondo-Abteilung des TSV 1865 glänzte mit zahlreichen Sportlern. Allen voran die vielversprechenden Nachwuchstalente Ela Aydin und Iordanis Konstantinidis. Die beiden können sich sogar Hoffnungen auf die Qualifikation für das größte Erlebnis eines Athleten überhaupt, die Olympischen Spielen 2020 in Tokio, machen.

Zumindest namentlich war die Liste der Billiard-Spieler des BSV Dachau wieder einmal lang. Allerdings waren einige Schützlinge von Trainer Andreas Huber schon wieder drauf und dran, Titel auf Meisterschaften einzuheimsen und somit bei der Sportlerehrung verhindert.

Dass Alter nur eine Zahl ist, beweist Dr. Werner Marx jedes Jahr aufs Neue. Um die Erfolge des 85-jährigen Tennisspielers aufzuzählen, reicht die Ausgabe wohl kaum. Hervorzuheben ist sein dritter Platz bei den Weltmeisterschaften in der Klasse bis 85 Jahre. Außerdem ist er an Nummer vier der Weltrangliste Herren 85 gesetzt, die Mixed-Weltrangliste führt er sogar an. Auf seinen Lorbeeren ausruhen, will sich das Tennis-Ass des ASV Dachau aber nicht: »Nächstes Jahr die deutsche Meisterschaft gewinnen – das wär´s«. 115 Tage stand er in diesem Jahr schon auf dem Tennisplatz. Sein Gesundheitsgeheimnis: »Mit den 70-Jährigen trainieren. Die Jungen halten einen fit«.

Mit »alle Jahre wieder« ehrte Sportreferent Günter Dietz die Hallenvolleyballer des ASV Dachau. Die Herren Ü35 wurde in diesem Jahr Bayerischer, die Ü41 Bayerischer und Deutscher Meister.

Die schnellste im Saal war Marina Scherzl. Die Sprinterin des ASV Dachau wurde über 60 Meter Bayerische Hallenmeisterin bei den Frauen. Auch in der Staffel war Scherzl mit ihren Teamkolleginnen Felica Vasquez-Wacker, Antonia Damm und Melanie Gresser erfolgreich. Die vier Mädels von Trainer Hans Schwarz, der im vergangenen Jahr die silberne Bürgermedaille der Stadt überreicht bekommen hat, wurden Bayerische Meister in der Staffel über 4 x 100 Meter der Frauen.

Doppelt erfolgreich waren in diesem Jahr die Handballerinnen des ASV Dachau. Nur wenige Tage nach ihrem Aufstieg in die dritte Bundesliga, wo sie aktuell Tabellensiebter sind, konnten sie sich zum Bayerischen Pokalsieger krönen.

Besonders hervorzuheben sind die Einsätze von zwei Trainer-Urgesteinen. Peter Demmelmayr, Trainer Aquaball des Schwimmvereins Dachau und Reinhard Langer, Trainer der Teakwondo-Abteilung beim TSV 1865. Beide bekommen am 29. November den bayerischen Ehrenamtspreis in der Staatskanzlei verliehen. Langer für seinen Einsatz für die Jugend, Demmelmayr für Inklusion.

Urkundenübergabe-Routinier Günter Dietz war vom Abend begeistert: »Über 200 Sportler, das ist einfach phänomenal. Für mich ist das ein super Zeichen, dass Sport und Dachau einfach zusammengehören«. Für Oberbürger Florian Hartmann ist es »jedes Jahr aufs Neue ein Highlight zu sehen, wie breit wir sportlich aufgestellt sind«. Und mit Sicherheit hoffen beide, dass die »200er Schallmauer« auch im nächsten Jahr durchbrochen bleibt und es beim Abschlussfoto der geehrten Sportler auf der Bühne ähnlich kuschelig wird.