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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Wednesday, 19. December 2018 · 13:31 Uhr
 
 
 

Lebensraum Garten: Ödnis oder Oase?

BN Dachau zeigt provokante Foto-Ausstellung in der VR-Bank

Vor der Ödnis (von li): Johann Schöpfel, Sabine Geißler, Wolfgang Tins, Beate Voit, Heinrich Inkoferer und Peter Heller. (Foto: A. Förster)

Der Bund Naturschutz (BN) Dachau lud zur Vernissag und viele Gäste kamen mit dem Radl zur VR Bank in die Altstadt. Auch der Titel der Ausstellung lässt tief blicken: »Tatort Garten - Ödnis oder Oase?« Zu sehen gibt es noch bis Ende des Monats großformatige Fotos von privaten Gärten. Eine Hälfte der Foto-Ausstellung zeigt eher die Ödnis, die zweite die Oasen. Wobei die Einordnung immer auch im Auge des Betrachters liegt. Aufgenommen wurden die Fotos von Heinrich Inkoferer von der BN-Kreisgruppe Landshut. Auch die launigen Beschriftungen im Stile eines Wilhelm Busch stammen von ihm und einem zweiten Naturschützer aus Landshut. Inkoferer war zusammen mit seiner Frau Beate nach Dachau gekommen, um ihre Wander-Ausstellung vorzustellen. Die beiden Niederbayern haben lange Zeit in Dachau gelebt und vor über 20 Jahren die BN-Ortsgruppe mit aufgebaut.

Trend zur Abschottung

Zusammen mit den BN-Vertretern aus Dachau, Peter Heller und seiner Frau Beate, sowie dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Dr. Wolfgang Tins machten sie keinen Hehl daraus, dass sie die grünen Fotos in der Ausstellung bevorzugten. Und die Verschotterung und blickdichte Abschottung durch Gabionen, die weiter zunehme, weil sie den Menschen Arbeit abnehme oder vor Lärm schütze, als »lebensfeindlich« ablehnten.

Tins nutzte in seiner Rede vor einigen Bürgermeistern sowie Stadt- und Gemeinderäten die Gelegenheit zu einem flammenden Appell pro Umweltschutz, der in den Gärten anfange, die ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen, Insekten, Vögel und andere Kleintiere seien, und der bei der industriellen Landwirtschaft mit Überdüngung und Mais-Monokulturen nicht aufhöre. Er betonte aber auch, dass die Ausstellung nicht als »Belehrung« gedacht sei, sondern als Anregung zum Nachdenken und idealerweise auch, um beim einen oder anderen den Lust auf den Wandel zu machen.

Beim anschließenden geselligen Empfang hielten sich die meisten Besucher denn auch eher im Grünen auf und ließen den grauen Teil der Ausstellung links liegen.