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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 20. April 2019 · 18:54 Uhr
 
 
 

Über den Dächern von Dachau

Diskussion über Seilbahn als Verkehrsmittel

Markus Büchler, Sprecher für Mobilität der Grünen in Landtag, referierte auf Einladung des Bündnis für Dachau. (Foto: Bündnis)

Das Bündnis für Dachau hatte, gemeinsam mit der SPD und den Grünen, ins Ludwig-Thoma-Haus eingeladen. Es ging einmal mehr um das Thema Seilbahn, seit Monaten schon eine viel diskutierte Alternative für den öffentlichen Nahverkehr. In einem Filmbeitrag erfuhren die Teilnehmer, dass die Seilbahn auf einer Strecke zwischen acht bis zwölf Kilometern andere Verkehrsmittel in punkto Kosten, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Bauzeit hinter sich lässt. Rund 6000 Menschen können in einer Stunde transportiert werden. Beim anschließenden Vortrag von Markus Büchler, Sprecher für Mobilität der Grünen-Fraktion im Landtag, wurde deutlich: Eine Seilbahn ist in vielen Städten außerhalb Deutschlands längst Bestandteil der normalen Verkehrsinfrastruktur und keine Utopie.

Die anschließende Podiumsdiskussion mit Oberbürgermeister Florian Hartmann, Garchings Bürgermeister Dieter Gruchmann, Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer und Markus Büchler zeigte, dass eine Seilbahn zwar nicht als ein Allheilmittel, aber als sinnvolle Ergänzung zur bestehenden Infrastruktur im ÖPNV gesehen wird. Überdeutlich wurde bei den Diskutanten, dass die Verkehrsbelastung in der Region nördlich von München kein Zaudern mehr verträgt und der Straßenausbau wenig bis nichts zur Verbesserung beiträgt.

Insbesondere die Planungshorizonte für herkömmliche Maßnahmen seien bei der derzeitigen Lage nicht mehr zielführend, so Büchler. Der Ball für eine schnelle Umsetzung liege nun beim bayerischen Landtag und der Staatsregierung. Die müsse für die gesetzlichen Rahmenbedingungen sorgen, damit das Seilbahnsystem in den MVV integriert werden könne. Die Stadt Dachau hat bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die anderen wollen folgen. Eine Verwirklichung innerhalb von drei Jahren sei realistisch, meinte Büchler.