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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 18. June 2019 · 12:41 Uhr
 
 
 

Filzhut ersetzt Krone

Bayerns Markisenkönig Heinz Weber

Seine Frau Maria nennt er liebevoll Mary, sich selbst bezeichnet er scherzhaft als bayerischen Markisenkönig. Obwohl ursprünglich Zuagroaster, stellen kariertes Hemd, Strickweste und Filzhut sein Markenzeichen dar: Heinz Weber liebt die bayerische Lebensart und lebt sie begeistert, seit er sich vor 57 Jahren in Brunnen, einer kleinen Gemeinde im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, niedergelassen und sein Unternehmen »Bavaria Markisen« gegründet hat. Weit weg vom Dachauer Land, werden Sie sich vielleicht denken. Warum ich dann über ihn berichte? Ganz einfach – wie der Spargel aus dem »Hopfenzupferland« sind auch Beschattungen aller Art des Bavaria Markisen-Teams in Dachau und Umgebung gefragt und begehrt. Nicht wenige Gelenkarm-Markisen, Kassetten- und Halbkassetten-Markisen, Hülsenmarkisen, Seitenmarkisen, Wintergarten-Beschattungen und auch Vertikaljalousien aus dem Hause Weber schützen bei uns im Gai vor Sonneneinstrahlung beziehungsweise vor neugierigen Blicken. Nicht, weil es im Umkreis keine Markisen, Jalousien und Beschattungen gäbe, nein, sondern weil sich Qualität und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis über die Jahrzehnte rumgesprochen haben. Maria Weber bestätigte mir bei meinem Besuch am Montag einmal mehr, dass sie regelmäßig Aufträge auf Empfehlung erhalten würden… Zufriedener Kunden, fügte sie noch an, bevor sie sich vorübergehend verabschiedete. Sie war etwas in Eile, musste eine bestellte und fertig gestellte Gelenkarm-Markise liefern. Und auch den König, äh: Heinz Weber erwischte ich nur kurz zwischen Telefonaten und dem Besuch eines Interessenten. Beiden tat es leid, beide hätten sich am liebsten zerrissen an diesem Vormittag, aber keine Frage – das Geschäft ging vor. So hatte ich zwischendurch Zeit, mich umzusehen im Königreich Weber. Vorbei an den ausgestellten Mustern… entlang den raumhohen Wandregalen mit mehr als 1.000 verschiedenen Stoff-Dessins, wie ich mir habe sagen lassen… an den riesigen Zuschneide- und Nähtischen vorbei, die es ermöglichen, Gelenkarm-Markisen bis zu 14 Meter Breite und 4 Meter Tiefe zu fertigen… quer durch die technische Werkstatt, in der ich dann auf Robert Bledziewski traf, der nichts dagegen hatte, dass ich ihm bei seiner Arbeit über die Schulter schaute. Im Gegenteil, wie schon seine Kollegin Nelly, die mir vor einem Jahr – ebenfalls bestens gelaunt – das Nähen einer Markisenplane gezeigt hatte, freute sich auch Robert über mein Interesse an seinem Part der Markisenherstellung. Einen hellen, gelben Streifenstoff verarbeitete er in meinem Beisein. Wie ich dann von Heinz Weber später erfuhr, lägen diese hellen, dezenteren Farben im Trend. Aktuell seien daneben auch graue Markisenstoffe gefragt – passend zum derzeitig häufig gesehenen, schlicht-kantigen Baustil. Seltener sei die Nachfrage nach knallig-einfarbigen Stoffen. Egal, meinte er schmunzelnd, so oder so, er hätte eh alles da. Und bis dato sei auch noch jede und jeder bei ihnen fündig geworden. Sprach’s… und wurde schon wieder ans Telefon gerufen… irgendein Sonderwunsch… Chefsache… bekam ich am Rande mit. Kein Problem, hatte ich doch eine ganze Reihe von Informationen erhalten und auch ein paar Fotos schießen können. Einen von Maria Weber angebotenen Kaffee lehnte ich dankend ab. Ich sah ja, dass für ’n Kaffeekränzchen keine Zeit war. Nur zwei Hinweise des Markisenkönigs verrate ich Ihnen jetzt noch: Zum einen erwarte er im Frühjahr/ Sommer eine gehörige Preiserhöhung der Hersteller, zum anderen gälte bis Anfang März noch der Bavaria Markisen-Winterrabatt, der sich »so um die Höhe der Mehrwertsteuer drehe«. Hallo – mehr muss ich nicht sagen, oder?