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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 19. March 2019 · 11:13 Uhr
 
 
 

Bereit für Mobilität 4.0

Auto-Bendig am Puls der Zeit

Sichert bestehende und schafft neue Arbeitsplätze: »eBusfahrer« Sascha Bendig (Foto: öxler)

Alle Jahre wieder… Ja, ist Weihnachten, aber das meine ich nicht. Vielmehr überrascht mich alle Jahre wieder der Familienbetrieb Auto-Bendig mit neuen, interessanten Themen rund um Pkw, Lkw und Bus. Zur Vorbereitung ihres ProfiPorträts ein Idealfall und für mich »Weiterbildung« in Sachen Mobilität. Das war schon so, als die Bendigs ihre Werkstattplätze für Großfahrzeuge geschaffen und immer wieder optimiert haben. Dann, nur mal beispielsweise, die Spezialisierung auf saubere Dieseltechnik. Letztes Jahr, falls Sie sich erinnern, machte ich meine Stippvisite, als gerade eine Delegation japanischer Kollegen das Gündinger Vorzeigeunternehmen besucht und sich über den aktuellen Stand der eMobilität erkundigt hat. Ja, und jetzt, Anfang der Woche begrüßte mich der Sohn des Firmengründers Harald Bendig mit dem Stichwort »Mobilität 4.0« und wies auf einen Bus auf der Hebebühne. Ein in die Jahre gekommener Omnibus… mit Logos, Slogans und dem Hinweis auf eine Auszeichnung beklebt? Soll das die Zukunft sein? Sascha Bendig musste unwillkürlich lachen und nickte nur. Ne halbe Stunde, ein deutlich näheres Hinschauen und einige YouTube-Videos später wusste ich warum: Den rund 15 Jahre alten, dieselbetriebenen Landshuter Linienbus hat das Bendig-Team im Laufe des letzten halben Jahres auf Elektroantrieb umgebaut. Sie seien bereits beim Finish – letzte Funktionskontrollen sowie Überprüfungen von Leitungen, Kabeln und Anschlüssen – erfuhr ich, weil der Bus noch am gleichen Tag nach Friedrichshafen zur technischen Abnahme sollte. Zwar sei er schon im Oktober, auf der Münchner Messe eMOVE 360°, gezeigt und bestaunt worden – aber fertig sei er erst jetzt. Und damit sei das Pilotprojekt nach eineinhalb Jahren Planung, Besprechung und Realisierung abgeschlossen. Sascha Bendig schmunzelte und verriet mir, dass das zweite seiner Art aber schon anstehe. Das Ingenieurbüro in-tech GmbH entwickle Projekte, smarte und preisgünstige Lösungen für den Straßenverkehr zu finden und sei jetzt für diesen »entdieselten« städtischen Bus mit dem Mobilitätspreis ausgezeichnet  worden. Ja, er sei stolz darauf, am Pilotprojekt beteiligt zu sein. Nicht zuletzt auch, weil schon aus mehr als tausend Gemeinden und Städten Interesse bekundet wurde. Dies bedeute in den nächsten Jahren vermutlich eine Auftragsflut und, ja, auch für die Auto-Bendig GmbH. Sie würden in diesem Zusammenhang neue Stellen schaffen, hätten auch schon Bewerbungen. Ah, okay, läuft… Nur – warum würden alte Diesel-Busse nach- beziehungsweise umgerüstet auf Elektroantrieb und keine neuen angeschafft, wollte ich wissen. Ganz einfach, meinte Sascha Bendig, das Geld. Koste ein neuer, dieselbetriebener Bus, round  about 250.000 Euro, stünden aktuell etwa 800.000 Euro für einen entsprechenden Elektrobus dagegen. Tja, und die Umrüstung, so wie jetzt über Monate erarbeitet, schätze er auf runde 300.00 Euro. Gut, gut, weiter rechnen musste er nicht. Auch, dass bis zum Sommer 2020, auch im öffentlichen Verkehr, Lösungen gefunden sein müssen, um Fahrverbote zu vermeiden, ist mittlerweile Allgemeinwissen. Mein Fazit: Zeitdruck einerseits… eine finanziell lukrative Alternative andererseits… Für Auto-Bendig wird es Aufträge regnen!