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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 10. December 2019 · 04:34 Uhr
 
 
 

Nemani, nur eine von vielen

Katzenmädchen neben toter Mutter gefunden

Wer ein Tier verletzt, darf es nicht seinem Schicksal überlassen. (Symbolbild) (Foto: pixabay)

Das kleine Katzenmädchen Nemani lag neben seiner überfahrenen Mama. Eine Autofahrerin, die anhielt um die tote Katze auf die Seite zu legen - ja, so etwas gibt es tatsächlich - entdeckte die Kleine und brachte sie zu einem Tierarzt (ganz herzlichen Dank dafür!). Nemani hatte ein Wurmbäuchlein und Durchfall. Dank intensiver Pflege hat sie sich gut entwickelt und erholt. Im September konnte sie zusammen mit Noela vermittelt werden.

Es kann natürlich jedem passieren, dass er ein Tier anfährt. Allein bei uns im Landkreis Dachau werden täglich ein bis fünf Katzen an- oder totgefahren - und das sind nur die Tiere, die uns gemeldet werden. Und das passiert nicht nur an Haupt- oder Schnellstraßen, gerade nachts brettert so mancher auch durch die 30er Zonen.

Erschreckend ist, dass uns dieses Jahr nur drei Fahrer, denen ein Tier vor das Auto gelaufen ist, verständigt haben. Die anderen sind weitergefahren, haben sich nicht gekümmert, nicht einmal nachgeschaut, ob das Tier noch lebt, was bei einigen Tieren der Fall war. Wenn man ein Tier anfährt, natürlich auch Wildtiere, sollte man selbstverständlich anhalten und sich vergewissern, ob es noch lebt. Ist es tot, kann man es an den Straßenrand legen und die Gemeinde, das Tierheim oder bei Wildtieren den Förster benachrichtigen.

Uns stellt sich die Frage, warum Katzen bei vielen Menschen so wenig »Wert« haben, dass es anscheinend völlig normal ist, wenn man sie einfach liegen lässt. Wäre das auch so, wenn es sich um einen Hund handeln würde? Jedes Tier hat ein Recht darauf, dass man ihm hilft, wenn man es verletzt. Uns macht es einfach fassungslos, wie wenige Menschen das beherzigen. Und wir sind traurig, wenn wir tagtäglich tote Tiere bergen müssen. Oder verletzte, bei denen man nicht weiß, wie lange sie schon ohne Hilfe daliegen.

Wer eine Katze anfährt und sie, in Nemanis Fall sogar mit einem Jungen, einfach ihrem Schicksal überlässt, der sollte sich schämen. Und hoffen, dass jemand anhält, wenn er selber mal Hilfe braucht.