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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 21. October 2018 · 08:58 Uhr
 
 
 

Kastration des Rüden – eine Lösung für alle Probleme?

Dr. Sabine Fischer (Foto: privat)
 

Nicht selten werden Rüden mit der Bitte um einen Kastrationstermin vorgestellt, in der Hoffnung, hiermit würden sich alle Gehorsams- oder Verhaltensprobleme in Luft auflösen. Leider ist die Kastration in den meisten Fällen keine Lösung, denn eine Operation ersetzt kein Gehorsamstraining und keine Verhaltenstherapie.

In fraglichen Fällen und bei nicht medizinisch indiziertem Kastrationswunsch kann eine hormonelle Kastration, eine »Kastration auf Probe« als Entscheidungshilfe dienen. Beim Rüden kommt heutzutage vor allem der Einsatz des Suprelorin Chips in Frage. Dieser Mikro-Chip wird mit einer dickeren Spritze wie ein Implantat unter die Haut des Hundes im Nackenbereich gespritzt. Sehr vereinfacht ausgedrückt, sorgt der darin enthaltene Wirkstoff dafür, dass weniger Testosteron gebildet wird.

Die Wirkdauer hängt von der Dosierung des Chips ab und hält sechs oder zwölf Monate an. So kann man als Hundehalter feststellen, ob man wirklich einen »kastrierten« Rüden haben möchte. Wenn ja, kann man dann eine Kastration andenken.