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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Monday, 27. May 2019 · 15:41 Uhr
 
 
 

Erste Etappe abgeschlossen

Räumliches Leitbild für Dachau nimmt Formen an

OB Florian Hartmann und Moritz Reinhold, Bauamt (von li), auf der rechten Seite sitzen Stadtentwickler Stefan Leuninger und Annegret Michler sowie Ariane Jungwirth, Projektleiterin, und Antonia Ivankovic, Referendarin im Bauamt. (Foto: A. Förster)

Mehr als 2.100 Dachauerinnen und Dachauer haben sich bei der ersten Stufe zur Entwicklung eines räumlichen Leitbilds eingebracht. Allein in der interaktiven Karte auf www.dachaudenktweiter.de haben 484 Nutzer 2.101 Beiträge gepostet. Die Bürgerbeteiligung via Internet ist seit 12. März abgeschlossen. Auf der Karte ist nun die Auswertung nach Kategorien ersichtlich. Jeder kann die Nennungen nach Handlungsfeld und Stadtteil geordnet ansehen. Die individuellen Statements seien gespeichert, aber nicht mehr sichtbar, erklärt Annegret Michler von Stadtentwicklungsbüro Leuninger & Michler. Sie wurden in Kategorien zusammengefasst, das erleichtere den nächsten Schritt: Die öffentliche Diskussion im Bauausschuss am 2. April. Erst danach wird das umfassende Gesamtergebnis der mehrmonatigen Bürgerbeteiligung gemeinsam mit der Auswertung der Fachgespräche zwischen den Stadtentwicklern und Experten von Naturschutz-, Jugend- und Sozialverbänden sowie Mieterverein, IHK, Einzelhandel und anderen für alle im Internet zugänglich sein. »Die Beteiligung war ungewöhnlich rege«, betont Michler. «Die Bürger haben sich konstruktiv eingebracht und auch nicht mit Lob gespart“, freut sich die Projektleiterin der Stadt, Ariane Jungwirth.

Quartiere wollen Identität bewahren

Über die Postings hinaus gingen Dutzende zum Teil mit detaillierten Zeichnungen ergänzte Postkarten und E-Mails bei den Stadtplanern ein. »Grüne« Anliegen gehörten zu den Schwerpunktthemen, nur übertroffen vom Thema Mobilität, also Straßen, Fuß- und Radwege sowie ÖPNV, das 56 Prozent der Rückmeldungen ausmachte. »Viele sorgen sich außerdem um die Entwicklung ihres Viertels«, sagt Bauamtsleiter Moritz Reinhold. »Bewohner von Etzenhausen oder Pellheim wollen ihre Identität bewahren«, ergänzt Oberbürgermeister Florian Hartmann. Das nehme man natürlich ernst. Auch die Altstadt als Platz für Begegnung, Gastronomie und Kultur sei vielen wichtig. Weitere Themen waren die gewerbliche Entwicklung, die Siedlungsentwicklung, die Nahversorgung und die soziale Infrastruktur sowie die Themen Barrierefreiheit, Sport(flächen), Freiflächen, Kultur und Stadtbild: Wie soll die Stadt künftig aussehen? Baut man mehr in die Höhe oder nicht, welcher Bautypus wird bevorzugt, macht man überhaupt Gestaltungsvorgaben?

In Etappe zwei, die nach der öffentlichen Stadtratssitzung am 2. April beginnt, soll die Mitarbeit am Prozess in den nächsten sechs Monaten intensiviert werden. Über Diskussionen und Gespräche mit Bürgern und Fachleuten, um Lösungen für konkrete Herausforderungen und eine Leitvorstellung zu entwickeln. Dazu wird es vor der Sommerpause noch eine Veranstaltung geben, an der Experten, Verwaltung und Bürger mitwirken können und sollen. Das Ziel der dritten Etappe ist ein konkreter Leitbildentwurf. Ende 2019 soll das Leitbild dann feststehen, das wiederum als Grundlage für den neuen Flächennutzungsplan dient.