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Monday, 23. April 2018 · 07:32 Uhr
 
 
 

BRK-Bereitschaftsleitung sagt Vergelt’s Gott

Verantwortung nach zwölf Jahren in jüngere Hände gegeben

»Stabsübergabe« von Siegfried Bradl an Benedikt Jung, den neuen Bereitschaftsleiter des BRK Altomünster. (Foto: BRK)

Seit 1937 besteht das BRK in Altomünster. Seit dieser Zeit wurde es von gestandenen Personen geführt und beeinflusst. Zu nennen sind hier Namen, wie: Philipp Simm, Josef Mederer, Johann Hailer und Heinz Paworski.

Im Herbst 2004 wurde Siegfried Bradl zum Bereitschaftsleiter gewählt. Die Ortsgruppe war damals in einer schwierigen Lage. Durch die Aktivierung von ehemaligen, nicht mehr so aktiven Mitgliedern, von denen sich zudem einige bereit erklärten in einem Leitungsteam mitzuarbeiten, ging es bald wieder aufwärts. In den vergangenen zwölf Jahren trugen folgende Personen maßgeblich dazu bei, daß die Aufbauarbeit gelang und das BRK Altomünster für die Bevölkerung in und um Altomünster viele Leben retten und gute soziale Dienste leisten konnte:

Helfer-vor-Ort (HvO) und Sanitätsdienste - Florian Bradl

Katastrophenschutz und Feldküche - Josef Ramoser und Christian Siebinger

Kassenführung - Irene Brunner, Anita Mayer und Benedikt Jung

Schriftführung - Corinna Weber

Haus und Gerätschaften - Johann Hailer und Paul Schneider

Jugendrotkreuz (JRK) - Andrea Deeg und Benedikt Jung

Seniorengymnastik - Rita Fiolka

In guter Zusammenarbeit mit Kreisverband, Fachdiensten, Marktgemeinde, Förderern, Sponsoren, Geschäftspartnern und Mitgliedern konnte viel geschaffen werden, hier nur ein kleiner Ausschnitt:

Der seit 2004 von Florian Bradl aufgebaute Helfer-vor-Ort (HvO), für den 2007 mit Hilfe einer Spendenaktion ein neues Fahrzeuges angeschafft werden konnte, rückte jährlich bis zu 300 Mal aus. Mit zirka 2.600 Einsätzen und zirka 75.000 ehrenamtlichen Stunden bildete er die Basis dafür, dass in Altomünster seit 2015 wieder ein Rettungswagen installiert ist.

2008 konnte mit Unterstützung des Kreisverbandes ein neues Küchen-Transportfahrzeuges, ein Ford Transit, beschafft werden.

2010 wurden, verbunden mit einem Aktionstag und mit Hilfe einer großen Spendenaktion, zwei Defibrillatoren für den das HvO-Fahrzeug und für die Bevölkerung gekauft. Der am Rathaus befindliche Defibrillator war landkreisweit der erste, der sich an einem öffentlichen Gebäude und damit für jedermann zugänglich befand. Inzwischen sind diesem beispielgebenden Modell im Landkreis viele weitere gefolgt.

Der neue Lkw für die Feldküche wurde 2010/2011 beschafft und komplett eigeninitiativ hergerichtet (zirka 1.500 Arbeitsstunden). Die Feldküche unter Christian Siebinger wurde sukzessive ausgebaut und kann heute in Zusammenarbeit mit dem Betreuungsdienst des Kreisverbandes Mehrtages-Einsätze mit bis zu 700 Portionen problemlos bewältigen.

Das von der Marktgemeinde 1998 zur Verfügung gestellte Haus wurde 2009/2010 komplett renoviert (Wärmeisolierung, Anstrich, Außenanlagen) und erhielt zwei neue Rolltore (rund 500 Arbeitsstunden). In der zwölfjährigen Amtszeit hat das »Vorstandsteam« insgesamt rund 150.000 Euro eigeninitiativ beschafft und zielgerichtet investiert.

Von Seiten der Einsätze und Aktivitäten sind auch einige Höhepunkte anzusprechen:

2007 feierte die Ortsgruppe ihr 70-jähriges und 2012 ihr 75-jähriges Jubiläum.

Es wurden rund 100 BRK-Veranstaltungen und Feste der Kirchen- sowie Marktgemeinde (rund 9.000 Stunden) bekocht. Beispielhaft seien hier mehrere, große JRK- und Wasserwacht- Wettbewerbe in Indersdorf (500 -bis700 Personen), das Dachauer Volksfest (15.000 Wiener), 2010 Weltrotkreuz-Tag in Dachau, 2014 125 Jahrfeier des BRK Dachau, 2009 Barockfest, 2013 100-jähriges Bahnjubiläum in Altomünster, BRK-Erlebnistage im Rahmen des Ferienprogramms, Ministranten-Treffen, Pfarrfeste, Martinsumzüge und Christkindlmärkte genannt.

Auch die Sanitätsabsicherung der örtlichen Vereinsveranstaltungen und der Feste der Marktgemeinde, bei denen diese erforderlich war, gehörten dazu, beispielsweise Allianz-Cups, einige Fahnenweihen, Gewerbe-Ausstellungen, Kneipenfestivals, Reitturniere in Brand, Spider-Revival-Parties, TSB-Firmenturniere und 2012 das Brauereifest vom Maierbräu.

Besonders herausfordernd waren die Katastrophenschutz-Einsätze, für die man immer bereit sein muß: 2006 Schneekatastrophe auf der Stuttgarter Autobahn, 2010 Großübung der Freiwilligen Feuerwehr Altomünster am Pflegeheim, 2011 Brand des Bowling-Centers in Dachau, 2011 Kontingent-Übung des Bezirks Oberbayern und der Freiwilligen Feuerwehr-Dachau Land (Flugzeugabsturz in Landsberg), 2012 Bombenalarm in München, 2014 Hochwasser-Einsatz und Brand bei Autoverwertung Hartmann in Dachau.

2013 wurde durch Benedikt Jung das Jugendrotkreuz wiederbelebt und 2016 feierte Rita Fiolka das 35-jährige Jubiläum ihrer Senioren-Gymnastikkurse.

Neben den fachlichen Weiterbildungen wurde auch auf die Pflege des Gesellschaftlichen großer Wert gelegt, getreu dem Motto »Wer miteinander arbeitet, der soll auch miteinander feiern«. Zu erwähnen sind hier Jahresauftakte, Sommerfeste und Ausflüge. Insgesamt wurden in den zwölf Jahren zirka 92.000 Arbeitsstunden, das bedeutet durchschnittlich jährlich 7.750 Stunden, ehrenamtlich geleistet. Dies entspricht fast fünf Vollzeitarbeitskräften. Der Helfer-vor-Ort hatte hieran einen zeitlichen Anteil von 80 Prozent.

Neben allem Positiven gehört aber auch ein kritisch konstruktiver Blick auf die Entwicklungen unserer heutigen Zeit: Die Mitglieder kommen immer mehr in die Jahre und die Anzahl derer, die mitgestalten und mitarbeiten wollen, sinkt. Daneben vermehren sich kontinuierlich die Aufgaben, der Ausbildungsaufwand und die Bürokratie. Somit gestaltet sich die Mitglieder- und Nachwuchsgenerierung zunehmend schwieriger. Dies ist stark mit  gesellschaftlichen Veränderungen wie berufliche Anforderungen, neues Rollenverständnis in der Familie, Freizeitverhalten - Konsumgesellschaft, Individualisierung der Gesellschaft, Selbstverwirklichung - Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung und damit auch für den Nächsten, Beständigkeit und Regelmäßigkeit im Handeln, Zeitaufwand und Terminplanung.

Finanzielle Mittel lassen sich bei sinnvollem Bedarf beziehungsweise Projekten immer auftreiben. Menschen zu gewinnen, die nachhaltig und verantwortlich mit Hand anlegen, wird für die nächsten Jahre die Aufgabe schlechthin werden. Wichtig ist hierbei positiv in die Zukunft zu schauen und sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Denn es gibt nichts Schöneres, als Mitmenschen, die einen Unfall hatten oder in Not geraten sind, zu helfen. Dieses Gefühl zu erleben und den Dank unserer Mitmenschen dafür zu bekommen tut unserer Seele gut.

Im März dieses Jahres gelang es der bisherigen Bereitschaftsleitung einen jungen Menschen für die Bereitschaftsleitung zu gewinnen. Benedikt Jung hat bereits mehrere Jahre in der Vorstandschaft mitgearbeitet und konnte in verschiedenen Bereichen und Funktionen Erfahrung sammeln. Das bisherige Führungsteam freut sich sehr, daß er sich der neuen Aufgabe des Bereitschaftsleiters stellt. Zugleich wünscht sie ihm im 80. Jahr der Ortsgruppe von ganzem Herzen viel Kraft und Ausdauer sowie stets ein glückliche Hand für alles Anstehende.

Zu guter Letzt möchte die bisherige Bereitschaftsleitung ein großes Dankeschön aussprechen. Sie bedankt sich beim Kreisverband, allen Fachabteilungen, dem Landratsamt, der Marktgemeinde, den Förderern, den Sponsoren, den Geschäftspartnern und allen Mitgliedern für die gute Zusammenarbeit sowie jegliche Hilfe und Unterstützung. Nur so konnte all das Beschriebene realisiert werden - ein herzliches Vergelt’s Gott!