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Tuesday, 19. October 2021 · 20:20 Uhr
 
 
 

Mit Hightech gegen Krebs

Neuer OP-Roboter unterstützt Chirurgen

Neuer Kollege OP-Roboter: Klinikgeschäftsführer Florian Aschbrenner (re) und Chefarzt Professor Dr. Axel Kleespies mit dem da Vinci Xi. (Foto: Helios)

Er hat vier Arme, ist viel beweglicher und kann zehnmal besser sehen als ein Mensch: der neue Kollege da Vinci Xi. Der OP-Roboter unterstützt die Chirurginnen und Chirurgen im Amper-Klinikum. Damit steht in Dachau jetzt das modernste Robotersystem seiner Art in ganz Oberbayern.

Er wiegt mehr als eine Tonne und traf am 30. September am Standort Dachau ein: das neue technische Highlight, der Roboter da Vinci Xi. Er wird künftig im OP-Saal 6 die Chirurginnen und Chirurgen bei minimalinvasiven Operationen unterstützen. Von seiner präzisen Technik werden vor allem Krebspatientinnen und -patienten mit Tumoren an den inneren Organen im Brust- und Bauchraum profitieren.

»Mit dem da-Vinci-Xi-Operationssystem verfügt unsere Klinik über einen Roboter der neuesten Generation. Mit ihm können wir den Patienten die vollständige Bandbreite komplexer minimalinvasiver Eingriffe anbieten«, sagt Klinikgeschäftsführer Florian Aschbrenner. »Damit hat Dachau das modernste und am besten ausgestattete Robotersystem seiner Art in ganz Oberbayern.«

Der da Vinci Xi eröffnet dem Operierenden völlig neue Möglichkeiten: »Der Chirurg steuert von einer Konsole aus die vier Arme des Roboters, dessen Hände viel beweglicher als die eines Menschen sind«, erklärt Professor Dr. Axel Kleespies, Chefarzt Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Onkologische Chirurgie. Allerdings führt der OP-Roboter keine eigenständigen Bewegungen durch, betont Professor Kleespies: »Er ist der verlängerte Arm, alle Befehle kommen vom Chirurgen.«

Kleinere Narben, bessere Wundheilung

Der Einsatz des OP-Roboters birgt erhebliche Vorteile für die Patientinnen und Patienten: »Die flexibel steuerbare 3D-Kamera bietet eine gute Übersicht, sodass wir in die entlegensten Winkel der Brust- und Bauchhöhle schauen können«, erläutert Chefarzt Kleespies, der auch das Cancer Center am Standort Dachau leitet. Durch die äußerst präzise OP-Technik werde der Blutverlust während der Operation minimiert. »Dank kleinster Schnitte ist die Belastung des Patienten geringer und wir können gute kosmetische Ergebnisse erzielen. Entsprechend rechnen wir mit einer deutlich kürzeren Erholungsphase.«

Bei einer roboterunterstützen OP sitzt der Chirurg an einer Steuerkonsole. Von dort aus führt er mit seinen Händen und Füßen die Roboterarme. Der hochflexible Kameraarm ermöglicht mit einer bis zu zehnfachen Vergrößerung und einer Fluoreszenz-Bildgebung eine hervorragende Übersicht: »Feine Strukturen wie Nerven oder Gefäße können dadurch besser erkannt werden«, so Professor Kleespies, der künftig in Echtzeit mithilfe seiner Handbewegungen die Arme des Roboters in sieben Freiheitsgraden steuern kann. »Möglich ist so ein zitterfreies und noch präziseres Operieren. Bei der Entfernung von Tumoren sind Genauigkeit und Präzision das oberste Ziel. Mit diesem Gerät können wir das noch besser leisten.«

Robotereinsatz noch in diesem Jahr im Amper-Klinikum

Der da Vinci Xi startet zunächst in der Viszeralchirurgie, danach folgen die Thoraxchirurgie und die neue Fachabteilung Urologie. In den kommenden Wochen werden die Operateure und das OP-Team ein sechswöchiges intensives Training durchlaufen. Die erste Operation mit dem da Vinci Xi wird voraussichtlich im Dezember dieses Jahres stattfinden. In der Allgemein- und Viszeralchirurgie wird der da Vinci Xi bei Leisten- und Zwerchfellbrüchen, bei Operationen am Dünn- und Dickdarm, Magen, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Milz und Nebenniere zum Einsatz kommen, in der Thoraxchirurgie bei Operationen der Lunge, Bronchien, des Zwerchfells oder bei herznahen Eingriffen der sogenannten Thymusdrüse. In der neuen Fachabteilung Urologie, die Anfang kommenden Jahres an den Start geht, wird der da Vinci Xi bei OPs der Prostata, Niere und Harnblase unterstützen.