Hohe Aufklärungsquote und mehr Kinder als Täter | Kurier Dachau

Hohe Aufklärungsquote und mehr Kinder als Täter

Die Zahl der Einbrüche stieg im Bereich Oberbayern Nord von 338 auf 364 Taten.  (Foto: ch/Archiv)
Die Zahl der Einbrüche stieg im Bereich Oberbayern Nord von 338 auf 364 Taten. (Foto: ch/Archiv)
Die Zahl der Einbrüche stieg im Bereich Oberbayern Nord von 338 auf 364 Taten. (Foto: ch/Archiv)
Die Zahl der Einbrüche stieg im Bereich Oberbayern Nord von 338 auf 364 Taten. (Foto: ch/Archiv)
Die Zahl der Einbrüche stieg im Bereich Oberbayern Nord von 338 auf 364 Taten. (Foto: ch/Archiv)

Die Kriminalität im öffentlichen Raum nahm im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord (u.a. die Landkreise Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg a. Lech, Starnberg, Freising, Erding - einschließlich des Flughafens München und Ebersberg, Anm. der Red.) um 2,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2023 ab. Das erklärte jetzt Polizeipräsident Günther Gietl bei einer Pressekonferenz.
Die sogenannte Häufigkeitszahl als Richtwert liegt 3.790 Straftaten je 100.000 Einwohner (im Vergleich zu München im Jahr 2024: 5.336 auf 100.000 Einwohner). Im Gebiet Oberbayern Nord leben derzeit rund 1,6 Mio. Menschen. Gegenüber 2023 nahm die Bevölkerung in diesem Gebiet um 0,7 Prozent (11.370 Personen) zu. Für deren Sicherheit sorgen 2.782 Beamtinnen und Beamten des Polizeipräsidiums, unterstützt werden diese dabei von 393 Tarifbeschäftigten. Die Aufklärungsquote sank im Präsidialbereich Oberbayern Nord um 1,0 Prozent auf 68,7 Prozent (Vergleich Aufklärungsquote Berlin: 45,5 Prozent).

Mehr Rohheits- und Sexualdelikte

Im Jahr 2024 wurden im örtlichen Zuständigkeitsbereich des PP Oberbayern Nord 61.488 Straftaten nach dem Strafgesetzbuch und dem Nebenstrafrecht – ohne Verkehrs- und Staatsschutzdelikte – statistisch erfasst.
Insgesamt wurden15.118 Personen Opfer von Straftaten (2023: 14.749 Personen), die Zahl der Geschädigten betrug 29.589 (2023: 29.445) und die Zahl der Tatverdächtigen sank auf 28.169 (2023: 35.167). 75,5 Prozent der Tatverdächtigen waren Männer, 24,5 Prozent Frauen.
Rund ein Viertel der Straftaten wurde im Bereich des Diebstahls begangen (14.677 Fälle). Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg von 338 auf 364 Fällen an. Ein höherer Anstieg ist bei Einbrüchen in Büro- und Geschäftsräume zu verzeichnen: 518 Fälle in 2024 im Gegensatz zu 416 Fällen).
Straftaten gegen das Leben: Im Jahr 2024 wurden 45 Straftaten gegen das Leben, wie Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung und Abbruch der Schwangerschaft (§ 218 StGB) gemeldet, vier Fälle weniger als noch im Jahr 2023. Unter diesen Delikten sind 15 Morde (drei vollendet)
und 15 Fälle des Totschlags (drei vollendet). Die Aufklärungsquote bei Mord und Totschlag lag 2024 bei 93,3 Prozent.
Sexualdelikte: Zu den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zählen Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexueller Übergriff, sexuelle Belästigung, sexueller Missbrauch, Exhibitionismus sowie das Verbreiten (kinder-)pornografischer Schriften. Insgesamt ergab sich bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung eine Zunahme um 4,1 Prozent auf 1.965 Taten. Eine Zunahme war sowohl bei den Vergewaltigungen (+ 12,2 Prozent) als auch bei der Verbreitung pornographischer Inhalte (+ 11,2 Prozent) zu verzeichnen.
Rohheitsdelikte: Rohheitsdelikte sind Raub, Geiselnahme, Menschenraub sowie Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung. Insgesamt wurden 11.291 Fälle (2023: 11.061 Taten) gemeldet, 230 Fälle mehr als im Vorjahr (+ 2,0 Prozent). Raubdelikte stiegen auf 240 Taten (+ 21,8 Prozent) an, gefährliche und schwere Körperverletzung auf 1.861 Taten (+ 11,6 Prozent), einfache Körperverletzung auf 5.373 Taten (+ 1,8 Prozent). Bedrohungen wurden hingegen seltener gemeldet (1.983 Taten, - 3,4 Prozent).

Ermittelte Tatverdächtige im Jahr 2024

Im Zuge der Aufklärung von 42.233 Straftaten wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord 34.192 (verschiedene) Tatverdächtige ermittelt. Ohne die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz konnten mit der Aufklärung von 35.835 Straftaten insgesamt 28.169 Tatverdächtige ermittelt werden; das sind 729 tatverdächtige Personen weniger als im Vorjahr.
Unter den ermittelten Tatverdächtigen waren 12.035 Nichtdeutsche. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger betrug damit 42,7 Prozent (2023: 40,9 Prozent) und erreicht damit einen neuen Höchststand. In 4.382 Straftaten wurde gegen Zugewanderte ermittelt. Unter dem Begriff Zuwandernde werden neben Asylbewerbern auch Personen gerechnet, die nach Abschluss des Asylverfahrens nicht abgeschoben werden können (Duldung), Kontingentsflüchtlinge und alle Personen, die sich sonst in Deutschland illegal aufhalten. 2024 sank die Zahl der tatverdächtigen Zuwandernden um 9,3 Prozent. Eine gegenläufige Entwicklung ist jedoch bei den „sonstigen Nichtdeutschen Tatverdächtigen” zu verzeichnen, hier wurde eine Steigerung von 8,4 Prozent erreicht.

Bedenklicher Trend

Zur Gewalt an Schulen zählen neben einfacher und schwerer Körperverletzung und Beleidigungen. 541 Delikte wurden hier in 2024 gemeldet. Während im Jahr 2024 8,9 Prozent weniger Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung gemeldet wurden, nahmen einfache Körperverletzungen um 22,4 Prozent weiter zu. Beleidigung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 32,9 Prozent. Bedrohung wurde um 11,1 Prozent häufiger angezeigt als noch im Vorjahr. Ein starker Anstieg bei der Bedrohung im Vergleich zu vor fünf Jahren ergab sich aus der geänderten Gesetzeslage, wonach die Bedrohung seit 2021 weiter gefasst wurde.

Immer mehr straffällige Kinder und Jugendliche: Eine Zahl die nachdenklich stimmt ist der Anstieg an jugendlichen Strafttätern und Kindern (unter 14 Jahren), die Straftaten begehen. 2024 waren es 257. 224 waren zwischen 14 und 18 Jahre alt und 65 über 18 Jahre.

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