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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 13. May 2021 · 01:41 Uhr
 
 
 

Mangel an Seniorenwohnungen

Generation Ü65 wächst im Kreis Dachau bis 2035 um 52 Prozent

Barrierefreie Dusche: Mit Blick auf den demografischen Wandel fordert die IG BAU mehr Anstrengungen beim altersgerechten Bauen und Sanieren. (Foto: IG Bau)

Wegen Corona zuhause bleiben – gerade auch ältere Menschen schützen sich so effektiv vor dem Virus: Doch vielen Senioren macht dabei ihre nicht altersgerechte Wohnung zu schaffen. Barrierefreie Duschen, breite Türen für den Rollator und ein Lift statt Treppe sind allzu oft Fehlanzeige. Nach Einschätzung der IG BAU ist nur ein kleiner Teil der Wohnungen im Kreis Dachau für die Generation Ü65 geeignet. Dabei wird diese Altersgruppe in den nächsten Jahren deutlich wachsen, so die Gewerkschaft mit Blick auf eine aktuelle Demografie-Prognose für den Kreis.

Immer mehr Senioren – aber auch genug altersgerechter Wohnraum? Im Landkreis Dachau könnte die Zahl der Menschen, die älter als 65 sind, bis zum Jahr 2035 auf 42.400 anwachsen – das sind 52 Prozent mehr als noch im Jahr 2017. Ihr Anteil an der Bevölkerung läge dann bei 25 Prozent (2017: 18 Prozent). Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen. Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine Demografie-Prognose des CIMA Instituts für Regionalwirtschaft – und fordert mehr Anstrengungen bei der Schaffung seniorengerechter Wohnungen: »Lift statt Treppe, breitere Türen für Rollator und Rollstuhl, barrierefreie Duschen – nur ein kleiner Teil der Wohnungen im Landkreis ist für die rasant wachsende Generation Ü65 geeignet. Das muss sich ändern«, sagt Michael Müller.

Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Oberbayern spricht von einer »demografischen Notwendigkeit«. Es müssten nicht nur zusätzliche Seniorenwohnungen neu gebaut werden. Auch bei der altersgerechten Sanierung bestehender Wohnungen sei der Nachholbedarf groß. »Wenn die Rentner-Generation nicht stärker berücksichtigt wird, droht vielerorts schon in einigen Jahren eine graue Wohnungsnot«, betont Müller. Dieses Problem werde bereits jetzt durch die Corona-Pandemie verschärft, weil gerade ältere Menschen einen Großteil des Tages zuhause verbringen müssten.

Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) biete mit ihrem Programm »Altersgerecht Umbauen« zwar Zuschüsse und Kredite. Das Fördervolumen von 150 Millionen Euro in diesem Jahr reiche aber nicht aus, kritisiert die IG BAU. Der Bund müsse die Förderung mindestens verdoppeln, um das Senioren-Wohnen voranzubringen. Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus: Laut Haushaltsplan stehen für die altersgerechten Sanierung im nächsten Jahr nur noch 130 Millionen Euro zur Verfügung.

Am Ende stehe die Lebensqualität Tausender Menschen im Kreis Dachau auf dem Spiel. »Es kann nicht sein, dass ein Rentner nur deshalb ins teure Pflegeheim muss, weil eine ambulante Betreuung an der seniorengerechten Ausstattung der eigenen Wohnung scheitert«, macht Müller deutlich.