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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 13. May 2021 · 01:02 Uhr
 
 
 

Gemeinsam für weniger Müll

Einheitliches Konzept für Mehrweggeschirrsystem

Um die Einführung von Mehrweggeschirr für Gastronomiebetriebe aller Größen zu vereinfachen, arbeitet die Wirtschaftsförderung des Landkreis Dachau an einem Gesamtkonzept. Es ist nicht nur ein Anliegen umweltbewusster Mitbürger, sondern auch eine neue Regelung des Bundes: Ab dem Jahr 2023 müssen Gastronomiebetriebe, wie zum Beispiel Restaurants, Cafés, Bistros, aber auch Kantinen und Cateringbetriebe auf Einwegverpackungen und Plastik verzichten. Für Getränke gilt dies bereits ab 2022. Statt Plastikbechern oder Aluverpackungen soll dann Mehrweggeschirr eingesetzt oder ein Pfandsystem genutzt werden. Kundinnen und Kunden sollen zudem überall die Chance haben, ihr Essen oder Getränke in mitgebrachtem Geschirr oder Bechern erhalten zu können. (Paragraf 33 des Verpackungsgesetzes).1

Um die neuen Anforderungen für Gastronomiebetriebe und Kunden besonders nutzerfreundlich zu machen, hat sich der Landkreis Dachau bereits zu Beginn dieses Jahres dem Thema angenommen. Auf Anregung des Karlsfelder Gemeinderats und der Wirtschaftsförderung der Gemeinde Karlsfeld gründete die Wirtschaftsförderung des Landkreises den Arbeitskreis »Mehrweggeschirrsystem«. Gemeinsam mit dem Landrat, der Metzger- und Bäckerinnung, dem DEHOGA Bayern e.V., dem Dachau handelt e.V., den Wirtschaftsförderungen von Stadt Dachau und Karlsfeld sowie der Abfallwirtschaft und dem Klimaschutz, wird seit Februar daran gearbeitet, eine möglichst landkreisweite und kundenfreundliche Lösung zu erarbeiten. Ziel ist ein vereinheitlichtes Mehrwegsystem. Ergänzend sollen Kunden die Möglichkeit haben, ihr eigenes Geschirr mitzubringen und auffüllen zu lassen.

Marlene Christ von der Wirtschaftsförderung, Landkreis Dachau sagt: »Wir möchten die Gastronomiebetriebe unterstützen, indem wir sie informieren und Vorarbeit leisten. Wir wissen, dass die Betriebe zurzeit aufgrund der Corona-Krise viele Sorgen plagen, nicht alle haben die Kapazitäten, sich mit dem neuen Gesetz und möglichen Lösungen zu beschäftigen«. Der Markt und die Bedürfnisse sind vielfältig und doch wurden, basierend auf einer Umfrage von rund 300 Betrieben, Ende April dem Arbeitskreis drei mögliche Systeme vorgestellt. Mit weiteren Umfragen werden diese Konzepte nun mit Blick auf die Kunden geprüft. Bereits nächste Woche soll eine Empfehlung über das beste Mehrweggeschirrsystem vorliegen und die Betriebe entsprechend informiert werden.

Letztendlich ist es die Entscheidung der einzelnen Betriebe, sich dem gemeinsamen Mehrwegsystem anzuschließen oder eine eigene Lösung umzusetzen. Doch je einheitlicher das Mehrweggeschirr, desto einfacher ist es für Betriebe und Kunden.

Von dieser Regelung ausgenommen sind kleine Betriebe wie Imbisse und Kioske, in denen maximal fünf Beschäftigte arbeiten und die eine Ladenfläche von maximal 80 Quadratmetern haben. Aber auch hier muss es Kundinnen und Kunden ermöglicht werden, mitgebrachte Mehrwegbehälter zu befüllen.