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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Monday, 15. August 2022 · 17:03 Uhr
 
 
 

Die SPD poliert Stolpersteine

Michael Schrodi: »Der 9. November mahnt uns ...«

Volker C. Koch, Dennis Behrendt, Berkay Kengeroglu (von li) beim Polieren des Stolpersteins für Thomas Bleisteiner. (Foto: SPD Dachau)

»Der 9. November mahnt uns, Antisemitismus und rechten Ideologien entschieden entgegenzutreten«, so Michael Schrodi zum Gedenktag. Gemeinsam mit SPDlerinnen und SPDlern im Wahlkreis Fürstenfeldbruck-Dachau erinnert der Bundestagsabgeordnete auch in diesem Jahr wieder an die Novemberpogrome 1938.

Mehr als 75.000 Stolpersteine in rund 2.000 europäischen Städten und Gemeinden erinnern an die Verfolgten und Opfer des Nationalsozialismus. Der Künstler Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine im Gedenken an Juden, Sinti und Roma, die politisch Verfolgten, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Opfer des »Euthanasie«-Programms.

Einige dieser Erinnerungssteine wurden am 9. November, dem Gedenktag der Novemberpogrome von 1938, von Mitgliedern der SPD poliert und der Opfer gedacht. So zum Beispiel auch in Dachau: Hier lebte die im Februar 1899 geborene Maria Linner. Sie wurde wegen einer Ohrenentzündung, deren Folge dauerhafte Taubheit war, Opfer des nationalsozialistischen »Euthanasie«-Programms und starb im November 1940 in der Gaskammer der österreichischen Tötungsanstalt Schloss Hartheim. Dennis Behrendt, Berkay Kengeroglu und Volker C. Koch, alle SPD-Stadträte in Dachau, polierten aber auch den Erinnerungsstein des in Mauthausen ermordeten Dachauers Thomas Bleisteiner.

Michael Schrodi, der momentan im Bereich Haushalt und Finanzen den Koalitionsvertrag verhandelt, ließ sich darum in diesem Jahr entschuldigen: »Erinnerungsarbeit ist uns in der SPD ein großes Anliegen. Mit dem Polieren der Steine und dem Ablegen eines Blumenbouquets machen wir immer wieder aufmerksam auf Menschen, die hier bei uns im Landkreis gelebt haben und als Opfer des Nationalsozialismus gestorben sind. Der 9. November mahnt uns aber auch Antisemitismus und rechten Ideologien entschieden entgegenzutreten.«