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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 13. May 2021 · 01:50 Uhr
 
 
 

Dachstuhl-Sanierung

Utes-Team unterstützt Zimmerer

Sie firmieren traditionell als Bau- und Kunstschlosser, bezeichnen sich selbst zuweilen scherzhaft als „Eisenbieger“ und gehören einer mittlerweile aussterbenden Handwerkszunft an. Seit bald 20 Jahren freue ich mich jedes Mal, wenn ich im Rahmen meiner kleinen Reportagen bei Familie Utes in Karlsfeld hinter die Kulissen und in die Werkstatt schauen darf. Selbst zu sehen, wie hart die Arbeit ist, wie schwer die Konstruktionen wiegen - das zollt erst mal Respekt vor deren Leistung ganz allgemein. Hoch interessant auch, wie vielfältig sich das Betätigungsfeld für private Kunden wie für gewerbliche Auftraggeber präsentiert: filigran wirkende Tür- und Fenstergitter… schützende Eingangsüberdachungen… leichte französische Balkonlösungen… individuelle Briefkastenanlagen… Treppengeländer, stilgerecht oder zeitlos modern… Zaun- und Torvarianten…

Gegenüber industriell hergestellten Bauelementen im, am und rund ums Haus zeichnen sich die ausschließlich handwerklich gefertigten »Objekte« durch Individualität – den vorgegebenen Maßen und Kundenwünschen entsprechend – aus. Auch durch mehr Kreativität, mehr Gespür für das Gesamtbild. Gemeinsam war allen Arbeiten aus der Utes-Werkstatt, die ich im Laufe der Zeit gesehen habe so zwischen Fertigung und Montage vor Ort, dass das Utes-Team neben der Funktion auch der Optik große Aufmerksamkeit widmet. Selbst, wenn rein funktionale Konstruktionselemente später nicht einmal mehr sichtbar verbaut werden. Wie jetzt, im Fall spezieller Stahlträger, die einem Dachstuhl in Augsburg zu neuer statischer Stabilität verhelfen werden. Nicht irgendeinem Dachstuhl, sondern dem eines Hauses aus dem 16. Jahrhundert, das unter Denkmalschutz steht: dem ehemaligen Domherrenhof und späteren Bürgerhaus.  

Der beauftragte Zimmerer habe sie um Unterstützung gebeten, erfuhr ich am Dienstagvormittag und auch, dass eine »unsachgemäße Entfernung statischer Bauteile«, vermutlich tragende Wände, im besagten Dachstuhl zu einer dringend durchzuführenden Sanierungsmaßnahme geführt hätte. Offenbar drückt das gewaltige Gebälk seither nach außen und könnte Schäden verursachen und sogar – im schlimmsten Fall – zum Einsturz führen. Nicht auszudenken, welche Folgen dies für die Bewohner haben könnte! Eine Verstärkung der Dachsparren durch entsprechend geformte Stahlträger soll Abhilfe schaffen. Wenn ich das auf dem Plan des Architekten richtig interpretiert habe, sollen die schräg verlaufenden Balken des Kniestocks an den Traufseiten des Gebäudes »geschient« werden. Und so messen, schneiden, schweißen, schleifen die Karlsfelder Eisenbieger aktuell mit Hochdruck. Die Zeit läuft…