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Monday, 15. August 2022 · 18:19 Uhr
 
 
 

Thrombose-Gefahr erkennen

Tipps für Reisen in den Sommerferien

Chefarzt Dr. Reza Ghotbi gibt Tipps, wie Reisende einer Thrombose vorbeugen können. (Foto: Helios)
 

Reisen mit Flugzeug, Auto, Bus oder Bahn kann im Sommer ganz schön anstrengend sein. Es drohen geschwollene Beine und eine erhöhte Thrombose-Gefahr. Nicht nur bei älteren oder venenkranken Menschen kann stundenlanges Sitzen in Kombination mit sommerlicher Hitze das Risiko für eine Thrombose erhöhen. »Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel vornehmlich in den Venen der Beine«, erklärt Dr. Reza Ghotbi, Chefarzt Gefäßchirurgie am Helios Amper-Klinikum Dachau. Löst sich dieser Pfropf und wandert in die Lunge, verschließt er dort die Lungenadern, was zu einer plötzlichen Überlastung des Herzens führt. Im schlimmsten Fall kann es zu einer lebensbedrohlichen Embolie kommen.

Menschen mit Übergewicht, bestehenden Venen- oder Herzproblemen, Raucher, Frauen, die die Pille einnehmen oder schwanger sind, sollten besonders vorsichtig sein, sagt der Gefäßspezialist. Was viele nicht wissen: Eine Thrombose kann bis zu 14 Tage nach einer langen Fahrt auftreten. Schwellungen, eine bläuliche Verfärbung am Bein, Schmerzen, ein Spannungsgefühl beim Laufen oder eine glänzende Haut sind erste Anzeichen dafür. Bei einem Verdacht sei es wichtig, schnellstmöglich einen Arzt zu konsultieren.

Chefarzt Dr. Ghotbi gibt folgende Tipps:

  • Tragen Sie bequeme, lockere Kleidung und vermeiden Sie Schuhe mit hohen Absätzen.
  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser oder Saftschorlen zu sich, das beugt einer Eindickung des Blutes vor. Bei Temperaturen von über 30 Grad sollten 2,5 bis 3 Liter täglich getrunken werden.
  • Bewegen Sie sich ausreichend: Tagsüber sollten Sie mehr Laufen als Sitzen.
  • Duschen Sie Ihre Beine mit kaltem Wasser ab. Durch die Kälte ziehen sich Venen zusammen und das Blut kann wieder besser fließen. Vermeiden Sie eine direkte Sonnenbestrahlung Ihrer Beine.
  • Legen Sie die Beine zwischendurch hoch, dadurch helfen Sie dem Blut leichter zum Herzen zurückzufließen.
  • Legen Sie bei langen Autofahren alle ein- bis zwei Stunden eine längere Pause ein.
  • Gehen Sie bei langen Flügen gelegentlich im Gang auf und ab.
  • Tragen Sie bei langen Flugreisen leichte Kompressionsstrümpfe zur Prophylaxe, wenn Sie unter einer Venenerkrankung leiden.

Manche Menschen haben ein angeborenes erhöhtes Thrombose-Risiko durch einen fehlenden Blutgerinnungsfaktor. Die familiäre Veranlagung spielt dabei eine große Rolle. Ein Bluttest kann hier schnell Gewissheit verschaffen. Zur Risikogruppe gehören zudem Schwangere, Frauen, die sich einer Hormontherapie unterziehen, oder Menschen mit einer Venenschwäche. Sie sollten auf Warnsignale wie schwere, müde Beine und ziehende Schmerzen achten. Ein Gefäßexperte kann feststellen, ob eine Erkrankung des Venensystems vorliegt und was die beste Behandlungsmethode ist, um den Beschwerden entgegenzuwirken und das Thromboserisiko zu senken. Das Spektrum reicht dabei von Thrombosestrümpfen bis hin zur operativen Therapie.

Auch im Helios Amper-Klinikum Dachau werden Thrombosen behandelt: Chefarzt Dr. Ghotbi und sein Team sind spezialisiert auf die Diagnose und Therapie von Thrombosen und deren Folgeerscheinungen.