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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 21. August 2018 · 09:59 Uhr
 
 
 

Wie »sexy« ist das denn?

Von der Lust, Neues zu schaffen

Manchmal schreibt er ja recht frech, das eine oder andere Mal überrascht er auch mit schrägen Fotos… Jetzt aber scheint er völlig übergeschnappt zu sein, wird sich die eine Leserin oder der andere Leser bezüglich der Überschrift vielleicht denken. Wie kann denn eine Baustelle sexy sein? Sie kann, glauben Sie mir. Doch halt, erst einmal verrate ich Ihnen, worum es bei Hannes Tous’ Auftrag hier ging. Eine Hausaufstockung wünschten sich seine Auftraggeber, eine Familie aus Weyhern. Ihr in die Jahre gekommenes Haus in dem Weiler an der Verbindungsstraße zwischen Arnbach und Niederroth wollten sie aufstocken, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Die Familie werde größer und brauche Platz, war der Auftrag begründet, erzählte mir Hannes Tous, als ich ihn zum ersten Mal auf dieser Baustelle besucht habe. Kalt war’s – doch blauer Himmel, Sonnenschein und eine herrliche Aussicht in luftiger Höh’ entschädigten. Übrigens auch die anderen drei Mal, als ich dem Tous-Team zwischen Mitte November und Mitte Dezember bei ihrer Tätigkeit über die Schultern geschaut habe. Ein Kopfnicken hier, ein Hallo beziehungsweise Servus dort. Irgendwann schien es fast selbstverständlich, dass ich mit der Kamera bewaffnet übers Gerüst zum neuen Dachgeschoss gestapft bin. Raureif auf den längst entlaubten Bäumen glitzerte. Bretter, Balken und Leimbinder dufteten nach frisch bearbeitetem Holz. Handwerk mit Flair, sozusagen, und die Sinne ansprechend. Ja, die gute Stimmung fiel auf. Und auch die Ruhe. Nicht, dass nicht gearbeitet worden wäre. Nein. Hand in Hand und Stück um Stück ging es voran. Der Chef vorneweg oder mittendrin. Je nachdem, wo er gerade gebraucht wurde. Mal am Joystick des Krans, der Ziegel für den Kniestock und die Giebel hievte, mal als Hilfe beim Aufmauern, mal bei einer, quasi zur Beantwortung meiner Fragen, getarnten Rauchpause. Das Wetter… diese außergewöhnlich ruhige Arbeitsweise ohne lautes Wort, ohne rüdes Miteinander… Ich kenne Baustellen, an denen Maurer, Zimmerer, Dachdecker und Spengler zusammenarbeiten, anders. Vielleicht liegt es ja daran, dass hier – wie auf sämtlichen Tous-Baustellen – nur die eigenen Leute, die eigenen Teams zugange sind. Vielleicht? Nein… sicher! Darauf angesprochen, zuckte Hannes nur mit den Schultern und schmunzelte. Diese Arbeitsweise entspricht jedenfalls seinem Wesen. Laut, hektisch, ständig auf die Uhr schauend habe ich ihn noch nicht erlebt. Dennoch wächst der Dachstuhl. Für mich sogar verblüffend schnell. Wiederum darauf angesprochen, sehe ich nur ein verschmitztes Lächeln. Und ein Schulterzucken. Zusammen betrachtet, soviel wie ein lässiges »Wea ko, dea ko«. Ihm ist anzusehen, dass ihm seine Arbeit Spaß und der zügige Fortgang zufrieden macht. Sogar mehr noch, wie er mir nebenbei verraten hat, seit er seinen Spenglerbetrieb mit dem Erwerb einer renommierten Zimmerei noch deutlich erweitern konnte vor geraumer Zeit. Sich so unabhängiger machen konnte und seitdem Komplettaufträge übernehmen kann rund ums Dach. Eben wie hier in Weyhern, bei der Erweiterung vom bestehenden Einfamilien- zum großzügigen Zweifamilienhaus, seinem definitiv letzten Auftrag Ende 2016. Ach ja, wie dann auch bei seinem ersten größeren im noch jungen Jahr 2017, über den ich ebenfalls berichten werde. Ist schon ausgemacht, in der zweiten Aprilwoche, und auch nur, wenn Petrus uns dann wieder gewogen sein wird. So wettertechnisch, versteht sich. So, das wär’s.  Na ja, bis auf eine Info, die ich Ihnen noch schuldig bin: Die Lust, Neues zu schaffen, scheint für Hannes Tous Antrieb und Motivation. Das führt letztlich zum Erfolg. Und der macht bekanntlich sexy… ;-))