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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 18. November 2018 · 17:21 Uhr
 
 
 

Ein Leben für Kugellager

Gerda und Max Weickmann

Schnappschuss am Kugellager-Regal: Gerda und Max »Weicki« Weickmann (Foto: Öxler)

Alles dreht sich, alles rollt… an den Titel dieses Spielbuchs für Kleinkinder musste ich denken, als ich die Weickmanns am Montagnachmittag besucht habe. Denn bereits bei meiner allerersten Stippvisite vor etwa 20 Jahren hat mich Max Weickmann, den alle nur  »Weicki« nennen, auf eines aufmerksam gemacht: Alles dreht sich, alles rollt, wenn… ja, wenn das Kugellager in Ordnung ist. Klar, hat er seine damalige Bemerkung ausschließlich auf Geräte und Maschinen bezogen. Und mich in der Folge mit seinem Geschäft rund um Wälzlager, wie der korrekte Oberbegriff ja lautet, bekannt gemacht. Bin ganz schön ins Schwitzen gekommen bei seinem Vortrag über Nadel-, Kugel-, Rollen-, Spann- und Sonderlager, ohne die unsere Welt sich offenbar nicht drehen würde. Gut, Fahrzeugachsen und Räder, das konnte ich mir noch vorstellen – an die elektrische Kaffeemühle, die Inline-Skater oder den Ventilator habe ich nicht gedacht. Im Laufe der Jahre dann aber habe ich Respekt bekommen vor dem Handel mit Kugellagern. In erster Linie vor dem Einsatzwillen und dem Fachwissen, mit dem das Ehepaar Weickmann Interessenten berät und Kunden betreut. Halt, halt… Sie müssen jetzt nicht befürchten, dass ich meine Erinnerungen hier gänzlich wiedergebe. Nur eins noch: Die Vorbereitungen meiner jährlichen Berichte unter dem Dach des ProfiPorträts waren höchst interessant, amüsant gelegentlich auch. Weicki hat mich mit zu Kunden geschleppt, mich hinter die Kulissen seines Geschäfts schauen (und fotografieren) lassen und mir seine vorrätige Produktpalette mit mehr als 10.000 Stück gezeigt: gängige Lager, seltenere, kleine ab nur einem (!) Millimeter bis zu Kolossen mit einem Durchmesser von 400 Millimetern. Wie zum Beweis seines Wahlspruchs »Sie haben die Welle – und wir das Lager!«… Und ebenso bunt und vielfältig wie die Sortimente präsentiert sich die Weickmannsche Kundschaft. Der Bauer aus dem Ort kauft bei ihm ebenso wie der stolze Oldtimer-Fahrer, der Handwerker genauso wie der Fabrikant: Wenn sich ein elektrisches Gerät, eine Maschine oder ein Fahrzeug nicht mehr dreht beziehungsweise rollt, sind Weickis Rat und Tat gefragt. 
Ganze 42 Jahre schon, wie Gerda Weickmann bei meiner Stippvisite lachend betonte und ich dann auch – zurück im Büro – im Internet (www.kugellager-weickmann.de – Anm. d. Red.) nachlesen konnte. Die versierte Beratung… Der ebenso freundliche wie umfassende Service… Das Engagement und die absolute Zuverlässigkeit… Weickis Kunden sparen nicht mit Lob und Anerkennung, wie ich selbst schon mitbekommen habe. Vom Schausteller auf dem Münchner Oktoberfest wie vom Kies- und Beton-Unternehmer aus dem Landkreis. So, ich habe fertig, hätte ich jetzt salopp schreiben können. Oder meinen Bericht mit »Weickmann – da werden Sie geholfen« beenden. Ja, wäre da nicht noch ein gänzlich neuer Gedanke gewesen: Auch Max Weickmann ist bei Max Weickmann Kunde: als Chef des WEMA Bahnateliers, zwei Stockwerke über seinem Kugellager-Imperium… 
Denn auch die Modell-Eisenbahnen rollen unter nur mit gängigen Kugellagern, Mini-Kugellagern mit nem Durchmesser von nur zwei Millimetern. Und wie diffizil diese sind und wie präzise diese mit einer Pinzette gewechselt werden – das zeigte mir der vom Modellbau infizierte Weicki zum Abschluss meines Besuchs noch. Viele Erklärungen brauchte es nicht, als ich ihm dabei über die Schulter schauen durfte. Foto… klick, klick, klick.