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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 21. August 2018 · 17:54 Uhr
 
 
 

»Von oben ziehen und von unten schieben«

Martina Purkhardt will Frauengruppe in Dachau wiederbeleben

Martina Purkhardt (4. von li) lud zur Veranstaltung »Frauen und Politik« ein und viele Interessierte waren gekommen. (Foto: Susanne Miksat)

»Von oben ziehen und von unten schieben« Nur so soll es Ausführungen von Martina Purkhardt (FREIE WÄHLER) zufolge Frauen möglich sein, in der Politik Erfolg zu haben: indem sich die Frauen gegenseitig unterstützten. Trotz des verlängerten Pfingstwochenendes kamen am Freitagabend, den 18. Mai in Schwabhausen bei Dachau zahlreiche interessierte Frauen zusammen, um sich über allerhand persönliche Themen aus dem Bereich Frauen und Politik auszutauschen. Die FREIE WÄHLER Landtagsabgeordnete Eva Gottstein MdL und die Dachauer Kreisrätin und Landtagskandidatin Martina Purkhardt luden zu einer Diskussion, deren Ausgangspunkt Eva Gottsteins Ausführungen über Parität in der Politik von Bundes- bis runter auf Kommunalebene bildeten.

Schnell wurde klar: Auch im Landkreis Dachau hat man damit zu kämpfen, dass politische Ämter fast ausschließlich mit Männern besetzt sind. »Es gab mal eine Bürgermeisterin, aber seitdem schon lange nicht mehr«, so der Einwurf einer Besucherin. Oft sei es weder mangelnde Zeit oder fehlendes Interesse, was Frauen davon abhält Verantwortung zu übernehmen, sondern ein Mangel an Selbstvertrauen. »Männern wird Kompetenz unterstellt, Frauen wird Kompetenz in Frage gestellt«, war eine der Feststellungen, die alle anwesenden Frauen teilten.

Man müsse sich besser vernetzen und weniger eine Rivalin als eine Unterstützerin in anderen Frauen sehen. »Wir brauchen starke Frauen in Führungspositionen – ganz gleich ob in der Wirtschaft oder der Politik – damit sie als Fürsprecherinnen und Vorbilder für andere Frauen fungieren können«, war eine von Gottsteins Kernaussagen. Für sie ist beispielsweise Landtagspräsidentin Barbara Stamm eine dieser Frauen. Durch sie habe es vor zehn Jahren die Einführung einer Landtagskinderkrippe und eines -kindergartens gegeben, da sie die Bedürfnisse und Wünsche der Frauen als dreifache Mutter nur zu gut kenne. Auch zahlreiche namhafte Unternehmen hätten längst erkannt, dass Frauen ihren Führungsetagen guttun – nicht aus Menschlichkeit, sondern weil so mehr Gewinn erwirtschaftet würde – gäbe es bereits seit Jahren beispielsweise in den Konzernen AUDI und VW Förderprogramme für weibliche Potenzialträgerinnen.

»Das Klischee, dass Frauen nichts in technischen Berufen und Führungspositionen verloren haben, hält sich auch in den jüngsten Generationen noch immer hartnäckig«, weiß Purkhardt aus eigener Erfahrung zu berichten. Die Trainerin für technische Anwendungen in der Sparkasse Dachau fasste als Fazit der Veranstaltung den Entschluss die bereits im Kreis Dachau geformte, aber in letzter Zeit etwas eingeschlafene, Frauengruppe »wiederzubeleben« und mit den Damen Besuche in frauengeführte Betriebe der Umgebung zu machen. Als Vorbilder sollen diese Frauen von ihrem Werdegang berichten und anderen Frauen Mut machen selbstbewusst und zielstrebig ihren Weg zu gehen.