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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 21. January 2018 · 13:16 Uhr
 
 
 

Es ist eine der schwersten Prüfungen im Leben der Dachauer Taxi-Fahrerin. Vor dem Landgericht München II trifft die 54-Jährige auf den Mann, der sie im Februar 2016 brutal ausgeraubt hat.

Ihre Hände zittern, als sie schildert, wie der Fremde sie plötzlich mit einem Messer bedroht hatte und bei Markt Indersdorf in einen Waldweg zwang. Dort attackierte sie der Mann, stieß sie zu Boden und trat ihr mehrmals gegen den Kopf und die Beine. Mit dem Messer versetzte er ihr mehrere Stiche in Arme und Hände. Dann raste er mit ihrem Wagen davon.

Die Taxi-Fahrerin wirkt tapfer und stark, als sie der ersten Strafkammer unter Vorsitz von Richter Thomas Bott das brutale Gewaltverbrechen schildert.

Es ist nicht das erste Mal für die Frau. Vor sieben Jahren sagte sie gegen einen Taxi-Kunden aus, der sie bei Schönbrunn von hinten mit einem Kabel erdrosseln wollte, um nicht bezahlen zu müssen. Sie befreite sich aus der Situation. Der Mann wurde zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Der erneute Überfall im Februar 2016 hat schwere psychische Folgen bei der Frau hinterlassen. Sie ist seither berufsunfähig und leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, die sich durch Ein- und Durchschlafprobleme, Albträume und sozialen Rückzug kennzeichnet. In ein Taxi wolle sie nie wieder steigen, sagt die tapfere Frau.

Mit ihrer couragierten Aussage vor Gericht dürfte sie dazu beigetragen haben, dass ihr Peiniger, ein mehrfach vorbestrafter Rumäne, viele Jahre ins Gefängnis wandert. Ein Urteil wird am Freitag, 11. August, erwartet.