3.5°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 12. December 2017 · 03:38 Uhr
 
 
 

Weizenkönigin Katharina Riedmeier

»Für hochwertige Rohstoffe aus der Heimat begeistern«

Katharina Riedmeier (2. von li) mit den bayrischen Königinnen weiterer Kulturfrüchte. (Foto: Matthias Schneider)

Kürzlich bekam die Basis des wohl bayrischsten aller Grundnahrungsmittel ein würdiges Gesicht: Etwa 60 Vertreter aus der ganzen Wertschöpfungskette des Weizens hatten sich im Gasthaus Weißenbeck in Unterbachern eingefunden, um der Krönung der 20-jährigen Agrarmarketing-Studentin Katharina Riedmeier aus Riedenzhofen bei Röhrmoos beizuwohnen. Geladen hatte die Scheller-Mühle aus Pfaffenhofen, die ihr Getreide seit 35 Jahren nur von regionalen Bauern bezieht.

Der Abend widmete sich ganz dem Thema regionale Landwirtschaft, besonders dem Anbau von Weizen. Grußworte richtete der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide, Hubert Friedmann an die Gäste. Friedmann, selbst Landwirt, sei besonders stolz auf die intakte und vor allem eng vernetzte und somit transparente Verarbeitungskette in Bayern. Jeder könne hier genau wissen, wo das Getreide in seinem Brot herkommt. Besonders die hohe Qualität der regionalen Produkte, die zum Teil an ihrem »geprüfte Qualität aus Bayern«-Siegel zu erkennen sind, sei beispiellos.

Im Anschluss berichteten Josef Scheller, Moderator des Abends, und seine Schwester Anita von dem Entschluss ihres Vaters, nur noch mit regionalen Erzeugern zusammenzuarbeiten und ihrer persönlichen Philosophie, »Laptop und Lederhosen«, also regionale Wertschöpfung gepaart mit modernster Veredelungstechnik.

Gespannt lauschten die Zuhörer der Rede des Staatsministers Helmut Brunner. Dieser warb mit großem Enthusiasmus für einen bewussteren Umgang und mehr Wertschätzung für unsere Nahrung: »Wir dürfen nicht nur beim Fußball und beim Autobau in der Championsleague spielen, sondern müssen dasselbe auch mit unserer Landwirtschaft schaffen«. Harsch kritisierte Brunner darum »Bioprodukte«, die beispielsweise aus Ägypten oder China eingeführt werden: »Wie kann ein Nahrungsmittel, dass tausende Kilometer gefahren wird, denn Bio sein? Allein was den Spritverbrauch und die Frische angeht, macht das keinen Sinn«.

Schließlich folgte der lang erwartete Höhepunkt des Abends: Die feierliche Krönung Katharina Riedmeiers durch den Staatsminister. Sie wird im Laufe ihrer zweijährigen Amtszeit bei etwa 100 Terminen die Interessen der bayerischen Weizenerzeuger vertreten. In ihrer Dankesrede betonte sie, welche Ehre es für sie sei, etwas in der Landwirtschaft bewirken zu können. Da Riedmeier auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, habe sie von klein auf den Bezug zu Land und Wirtschaft gehabt. Diese Attribute will sie nun nutzen, um eine Brücke über die Kluft zwischen Landwirten und Käufern zu schlagen. Ihr Ziel sei es, die Menschen für hochwertige Rohstoffe aus ihrer Heimat zu begeistern.