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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Monday, 16. September 2019 · 02:06 Uhr
 
 
 

Nachwuchsgärtner engagieren sich für die Artenvielfalt

»Gartenpiraten« überzeugen mit Totholzhecke und Insektenhotel

Jugendgruppen aus sieben Vereinen im Dachauer Land haben im letzten Jahr gegartelt was das Zeug hält. Zur Preisverleihung kamen auch Bürgermeister Marcel Fath (6. von li) und Landrat Stefan Löwl (7. von li). (Foto: Matthias Schneider)

»Es ist schade, dass wir nur einen ersten Preis vergeben können«, lobte der Vorsitzende des Kreisverbandes Werner Gruber das Engagement der Nachwuchsgartler aus dem Dachauer Land. Vergangenes Jahr hatten Kinder aus sieben Dachauer Gartenbauvereinen am Wettbewerb »Vielfalt Streuobstwiese – Beiß rein« teilgenommen, in diesem landesweiten Wettbewerb wurden die erfolgreichsten Projekte rund um die Streuobstwiese gekürt. Am vergangenen Samstag fand im grünen Vereinsheim des Gartenbauvereins Petershausen die Siegerehrung für den Landkreis Dachau statt.

Der erste Platz und eine massive Apfelpresse gingen an die »Gartenpiraten« aus Hilgertshausen-Tandern. Sie hatten mit viel Fleiß eine Totholzhecke geschaffen, ein Insektenhotel gebaut und einen Apfelbaum gepflanzt. Überzeugt hat die Jury am Ende vor allem der Einsatz für die Artenvielfalt. Der zweite Platz ging an die »Kindergruppe Petershausen« und der dritte an die »Kleinen Waldgeister« aus Schwabhausen.

Nach der kurzen Ehrung wurde es für die Kinder spannend: Unter Obhut von Benno Schneider und Ralph Schüpferig durften sie Bienenstöcke hautnah unter die Lupe nehmen und anschließend Brote mit hauseigenem Honig schmieren.

Landrat Stefan Löwl sparte nicht mit Lob für alle Teilnehmer, sei es doch toll zu sehen, wie die Kinder sich in der Natur bewegten und einen wertvollen Beitrag für die Artenvielfalt leisteten. Denn sogar im ländlichen Raum würden die Kinder den Bezug zu ihrem Essen zu verlieren, viele denken, es käme aus dem Supermarkt.

Petershausens Bürgermeister Marcel Fath ist sichtlich stolz auf das Engagement der Kinder: »Es ist schön zu sehen, dass nicht nur über Artenvielfalt geredet, sondern auch ehrenamtlich gehandelt wird«. Petershausen sieht er in einer langen Tradition des Gartelns, wurde die Gemeinde doch »baumfreundlichste« des Jahres 1984 und belegte 1990 den zweiten Platz beim Wettbewerb »Lebensraum naturbewusst gestalten«. Auch für die Erwachsenen sei in den Vereinen einiges geboten, vom Sensenkurs, übers Dengeln bis hin zum Bierbrauen. »Das beste Beispiel ist dieser wunderschöne Vereinsgarten«, schließt Fath, »der war vor der Renaturierung eine Mülldeponie«.

Besonders in einem sind sich Politik und Vereinsvorstand einig: Sie wünschen sich, dass sich weiterhin junge Menschen in den Gartenbauvereinen engagieren und den Bezug zur Natur weitergeben.