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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Friday, 20. July 2018 · 21:51 Uhr
 
 
 

Landkreis kauft 16 Rehkitzretter

Schlimmste Verletzungen oder Tod durch Mähmaschinen

Günter Schön und Manuela Brand-Heinze mit einem der neuen Landkreis-Kitz-Retter. (Foto: LA Dachau)

Es ist ein grausamer Tod: Immer wieder sterben Rehkitze durch schwere landwirtschaftliche Maschinen. Rehe verstecken ihren Nachwuchs gerne in hohem Gras, wird die Fläche gemäht, kommen Tiere ums Leben oder werden schwerstens verletzt. Um diese furchtbaren Zwischenfälle zu vermeiden, hat der Landkreis Dachau nun 16 so genannte »Rehkitzretter« gekauft. Am Tag der offenen Tür am Samstag, den 14. Juli um 13.30 Uhr werden die 16 Retter den Vertretern des Jägervereins und dem Maschinenring Dachau übergeben.

Günter Schön ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde und Jäger in Vierkirchen. Bereits seit einigen Jahren verwenden die Vierkirchner Jäger die Kitzretter und seitdem ist in diesem Revier kein Rehkitz mehr den grausamen Mäh-Tod gestorben. »Dieses batteriebetriebene Gerät blinkt in der Nacht blau und gibt Signaltöne ab. Abgeschreckt davon führen die Rehgeißen ihre Kitze aus der Wiese. Eine wirklich tolle Erfindung«, schwärmt er. »Auch wenn es eigentlich in der Verantwortung der Landwirte liegt, sich darum zu kümmern, dass kein Wirbeltier beim Mähen verletzt oder getötet wird, sind die Jäger gerne bereit zu helfen«, sagt Günter Schön. »Es ist so einfach und mit wenig Aufwand verbunden, solch ein grausames Schicksal zu verhindern«.

Die Landwirte im Vierkirchner Jagdrevier wenden sich kurzerhand an die Jäger, wenn sie ihre Flächen mähen wollen. Ein bis zwei Tage vorher stecken dann entweder die Jäger oder die Landwirte selbst die Kitzretter in die Wiesen.

Jäger Günter Schön und seine Lebensgefährtin Manuela Brand-Heinze haben bereits selbst schwer verletzte Rehkitze auf abgemähten Wiesen entdeckt. »Ich habe erst vor kurzem in einer frisch gemähten Wiese ein Kitz mit zwei abgemähten Beinen gefunden, die Geiß stand schreiend daneben«, sagt Manuela Brand-Heinze. Günter Schön erlöste das Tier schnellstmöglich von seinem Leid. Dieser unvergessliche Fund war der Auslöser für die Initiative des Landratsamtes. Denn Manuela Brand-Heinze arbeitet selbst in der Unteren Naturschutzbehörde und bat Landrat Stefan Löwl um Unterstützung.

An den lebensrettenden Geräten interessierte Landwirte können diese bei den örtlichen Jägern ausleihen. Denn letzten Endes sind die Bauern für ihre Flächen verantwortlich.