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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Friday, 20. October 2017 · 12:27 Uhr
 
 
 

Ist es der große Wurf für Dachau?

Oberbürgermeister und Kämmerer stellen den Haushaltsentwurf 2018 vor

Dachaus OB Florian Hartmann und Stadtkämmerer Thomas Ernst mit dem Haushaltsentwurf 2018 (Foto: A. Förster)

Erst einmal ist es nur eine Auflistung von sechs- bis achtstelligen Zahlen, die Oberbürgermeister Florian Hartmann und Stadt-Kämmerer Thomas Ernst da vorstellen. Doch die Zahlen haben es in sich. Sind sie doch das finanzielle Rückgrat der Großen Kreisstadt. Der Verwaltungs- und Vermögenshaushalt zeigt, wofür die Stadt Dachau im nächsten Jahr alles Geld ausgeben muss. Die zwei wichtigsten Parameter vorweg: Das Gesamt-Budget steigt, von 115 Millionen im laufenden auf jetzt zirka 130 Millionen Euro im nächsten Jahr. Und: Die Ausgaben übersteigen erstmals die Einnahmen, unterm Strich steht ein Minus voraussichtliches von 8,7 Millionen Euro.

Hartmann sieht es einigermaßen gelassen: »Wir haben große Herausforderungen zu stemmen. Wenn wir bei diesen Rahmenbedingungen nicht investieren, wann dann?« Gemeint ist der Niedrigzinsmarkt. Augenzwinkernd stellt der OB fest: »Vielleicht bekommen wir von den Banken ja noch Geld, wenn wir uns etwas leihen«. Doch auch für ihn ist der künftige Schuldendienst neu, bislang kam man - dank guter Konjunktur - ohne Kredite aus. Die Entwicklung bei der Einkommenssteuer sei nach wie vor erfreulich, reiche aber nicht aus, die zusätzliches Kosten für die Infrastruktur durch den Zuzug von Neubürgern (mehr Kitas, Schulen, Wohnungen) auszugleichen. Nur ein Plus an Gewerbesteuereinnahmen könne diese Lücke schließen. Deshalb verkauft die Stadt auch die letzten ihrer verbliebenen Gewerbeflächen südlich der Siemensstraße. Dafür fließen gut 7,3 Millionen Euro in den Säckel von Stadt-Kämmerer Thomas Ernst.

Der größte Posten im Haushalt ist der Bauetat. Hartmann gab einen Überblick, was hier in den nächsten Jahren auf die Stadt zukommen wird: Sanierung und Erweiterung der Schulen,Bau eines neuen Rathauses, Neubau einer überdachten Kunsteisbahn beim ASV, Neubau der Scherer-Halle beim ASV (auf dem Gelände der jetzigen Eislaufbahn), Erwerb der Fläche für die Verlagerung des TSV 1865, Verkehranschluss des MD-Geländes, Erschließung des Baugebiets Augustenfeld Mitte, Brandschutz-Maßnahmen im Thoma-Haus, Umbau der Thoma-Schule, in die die VHS wieder einziehen wird, sowie die Sanierung des Dachauer Straßennetzes. Alles in allem rund 86 Millionen bis zum Jahr 2021.

Die Rathaus-Erweiterung wird nicht, wie ursprünglich vorgesehen, am Karlsberg entstehen, sondern wohl auf dem neuen Max-Mannheimer-Platz, zwischen Scheibner-Schule und der Stadtbücherei. Das ehemalige Moorbad-Gelände gehört der Stadt und dort sei, so Hartmann, eine Baumaßnahme mit weniger Kosten verbunden als am Karlsberg, wo man womöglich Millionen allein nur für Absicherungsmaßnahmen versenken würde.

Nun muss der Entwurf noch zur Beratung und Prüfung in die einzelnen Ausschüsse. Wenn alles glatt läuft, könnte der Haushalt in der abschließenden Stadtratssitzung am 14. Dezember noch vor Weihnachten verabschiedet werden.