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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Wednesday, 13. November 2019 · 06:02 Uhr
 
 
 

Dachau ergreift die Hand der neuen Partnerstadt Léognan

Stadtrat bestätigte Kulturausschuss-Entscheidung, trotz erneut kontroverser Diskussion

Band'a Léo aus Léognan beim diesjährigen Volksfest in Dachau. (Foto: A. Förster)

Mit 23:15 Stimmen hat der Stadtrat dem Angebot der Stadt Léognan zu einer Städtepartnerschaft zugestimmt. Vorangegangen war ein leidenschaftliches Plädoyer von Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann und eine klare Gegen-Positionierung von Tourismus- und Partnerstadt-Referent Wolfgang Moll sowie der CSU-Stadtratsfraktion.

Bei der Kulturausschusssitzung vor einem Monat wurde das Thema bereits kontrovers diskutiert und schließlich mit klarer Mehrheit angenommen. Auch dieses Mal war es ein klares »Ja«, somit wird der im Speckgürtel von Bordeaux liegende Ort im Westen Frankreichs Dachaus dritte Partnerstadt nach Klagenfurt in Österreich und Fondi in Italien.

Die Argumente dafür, insbesondere weil sich Dachau schon lange eine Partnerstadt in Frankreich wünschte, überwogen schließlich. Wolfgang Molls Gegenargument, man würde mit diesem Schritt die Menschen in Oradour-sur-Glane, wo man sich seit vielen Jahren um die deutsch-französische Aussöhnung bemühe, brüskieren, verfing nicht. Florian Hartmann ließ daraufhin die Zuhörer wissen: »Oradour möchte keine Städtepartnerschaft«, und beseitigte damit alle Zweifel hinsichtlich der Zukunft zwischen Dachau und der Stadt im Süden Frankreichs.

Für die CSU kam der Zeitpunkt einer offiziellen Entscheidung zur Partnerstadt zu früh, wie Fraktionssprecher Florian Schiller betonte. Man solle noch ein paar Jahre abwarten und sehen, wie sich die Freundschaft, die ja als Kulturaustausch zwischen zwei Musikgruppen (der Knabenkapelle Dachau und der Band'a LEO) im Jahr 2018 begann, zwischen den beiden Orten entwickle. Dem widersprach SPD-Fraktionssprecher Sören Schneider: Er sei überzeugt, eine zweite Chance werde es nicht geben.

»Léognan streckt uns die Hand aus, greifen wir zu«, rief Hartmann schließlich dem Stadtrat zu, der diesem Aufruf dann auch mehrheitlich folgte.