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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Friday, 13. December 2019 · 02:08 Uhr
 
 
 

Auftakt in der BRK-Volksfestwache

Politischer Besuch bei den Helferinnen und Helfern

Zum Volksfestauftakt bekam die BRK Wache hohen politischen Besuch. (Foto: BRK)

»Wir sind einsatzbereit«, begrüßte der Bereitschaftsleiter Dieter Ebermann die politischen Besucherinnen und Besucher in der BRK-Volksfestwache. Nach dem Volksfesteinzug lud der BRK-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath die politische Prominenz auf die BRK-Wiesnwache in das Haus der Erwachsenenbildung auf der Thoma-Wiese ein, um sich zu überzeugen, wie gut gerüstet das ehrenamtliche BRK-Team für die Volksfestzeit ist. »Dieser Besuch ist auch ein Dankeschön an unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und bedeutet eine große Wertschätzung«, betonte Bernhard Seidenath.

Der Dachauer Bereitschaftsleiter Dieter Ebermann, seit mehr als 20 Jahren für die Koordination auf der Volksfestwache zuständig, informierte die rund 20 anwesenden Besucher – darunter die Bundestagsabgeordneten Katrin Staffler und Michael Schrodi, OB Florian Hartmann, Landrat Stefan Löwl, dessen Stellvertreterin Marianne Klaffki, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, die dritte Bürgermeisterin Gertrud Schmidt-Podolsky, Stadtrat Florian Schiller und Altlandrat Hansjörg Christmann – über die sanitätsdienstliche Absicherung während der zwölf Tage Dachauer Volksfest. Diese reichen vom Auftaktkonzert am Vorabend bis zum politischen Abend am Dienstag nach dem Volksfest. Auch der Kinderfestzug am Sonntag wird vom BRK abgesichert.

Die ehrenamtliche BRK-Mannschaft umfasst pro Schicht bis zu 15 Helferinnen und Helfer, die von 12 Uhr mittags bis nach Mitternacht im Dienst sind. Insgesamt arbeiten ausschließlich ehrenamtlich 49 BRK-Helferinnen und Helfer auf dem Volksfest. »Alle nehmen dafür extra Urlaub. Ohne sie würde es nicht gehen«, berichtete Dieter Ebermann. Somit können 50 leicht- bis mittelschwer verletzte Personen sowie fünf Schwerverletzte gleichzeitig versorgt werden. Vier Rettungswägen stehen bereit und der HvO, der seit dem 1. März 2018 auch im Dachauer Stadtgebiet im Einsatz ist, ist ebenfalls eingebunden. Dieter Ebermann betonte, wie wichtig der Dachauer HvO ist. Im vergangenen Jahr wurde er zu 166 Notfällen gerufen, »heuer waren es im ersten Halbjahr schon 200 Einsätze«, so Ebermann.

Für einen größeren Versorgungseinsatz auf dem Volksfest ist die BRK-Wache seit dem vergangenen Jahr mit »Rebel-Sets« gerüstet, die das Bayerische Innenministerium für den Katastrophenschutz zur Verfügung stellt. Dabei handelt es sich um Taschen mit Spezialmaterial zur Versorgung stark blutender Wunden wie beispielsweise durch Stich- oder Schussverletzungen. Zusätzlich verfügt die Wiesnwache über Spezial-Sets der Münchner Berufsfeuerwehr mit Infusionen. Sinnvoll seien laut Ebermann auch 50 spezielle Erkennungswesten, die von der Stadt Dachau finanziert wurden. Damit können in einer größeren Notsituation BRK-Mitarbeiter, die das Volksfest privat besuchen, als Helfer hinzugezogen und als solche kenntlich gemacht werden.

Behandelt werden in den zwölf Volksfesttagen erfahrungsgemäß rund 300 bis 400 Patienten, vom Wespenstich bis zum Herzinfarkt. »Vom Blasenpflaster bis zum Massenanfall von verletzten Personen sind wir für alles gerüstet«, betont Dieter Ebermann. Besucher, die zuviel Bier getrunken haben, können sich in der Wache ausruhen. Dass sie nach Hause begleitet werden müssen, ist allerdings die absolute Ausnahme: »Die Dachauer finden in der Regel auch wieder heim«, so Ebermann.

Sexuell belästigten Frauen und Mädchen stehen ausgebildete Mitarbeiterinnen zur Seite. Auch den Wickelraum, den jedes Jahr rund 30 junge Mütter nutzen, bewirtschaftet das BRK Dachau als Service-Dienstleistung für die Stadt Dachau.

Die anwesenden Gäste waren sichtlich beeindruckt. Insgesamt leisten die Helferinnen und Helfer in zwölf Volksfesttagen für die Dachauer Bevölkerung etwa 2.500 Dienststunden ohne Entlohnung. Wie das in Geld umzurechnen sei, fragte Vizebürgermeisterin Gertrud Schmidt-Podolsky. »Mit dem Mindestlohn wäre es hier für unsere gut ausgebildeten Fachkräfte sicherlich nicht getan«, erläuterte BRK-Kreisgeschäftsführer Paul Polyfka. Die Besucher nutzten sogleich auch die Gelegenheit, sich auf der neuen Pinwand aus Papier mit Herzchen und Grüßen für die enorme Leistung der BRKler zu bedanken