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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Friday, 19. October 2018 · 17:57 Uhr
 
 
 

»Wir müssen eine Schippe drauflegen«

Cem Özdemir besucht den Kreisverband der Grünen in Dachau

Cem Özdemir, Anton Speierl und Thomas Kreß von den Grünen luden zum Pressegepräch in den Zieglerbräu. (Foto: A. Förster)

Fördern und fordern ist eine von Cem Özdemirs Devisen. Um den hohen Erwartungen bei der Land- und Bezirkstagswahl in Bayern gerecht zu werden und tatsächlich ein gutes Ergebnis einzufahren, müsse man im Wahlkampf nun nochmal eine Schippe drauflegen. Das gelte sowohl für die Spitzenkandidaten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann als auch für die Kandidaten der Wahlkreise, in Dachau sind das Thomas Kreß für den Landtag und Dr. Anton Speierl für den Bezirkstag.

Beide freuten sich, dass der prominente Bundestagsabgeordnete der Grünen sie am Donnerstag durch seinen Besuch unterstützte. Das war möglich, weil zwischen Özdemirs beiden München-Terminen mit Ludwig Hartmann, vormittags auf der Wiesn und am Abend bei einer Bürgerdiskussion im »Schloss« am Olympiapark, noch ein Zeitfenster offen war. Den nutzte er für ein Pressegespräch im Restaurant Altstadthotel Zieglerbräu und zeigte sich dabei sehr zuversichtlich, dass es für eine Wende in der bayerischen Regierungspolitik reichen werde. Dabei glaubt er nicht, dass die Landwirte, einst fast flächendeckend gegen die grüne »Verbotspartei«, immer noch anti-grün denken. »Die Einstellungen der Bauern haben sich längst geändert«, ist Özdemir überzeugt. »Die Veranstaltungen sind längst nicht mehr so polarisiert. Den meisten Bauern sind faire Preise wichtiger als Massentierhaltung oder Pestizide«, glaubt der Spitzenpolitiker.

Zum Thema Windkraft sagte er: »Es gibt in Bayern genug Vorrangflächen, wo man Windräder aufstellen könnte. Man muss aber die Windkraft von ihrem Stigma befreien, dass sie per se schädlich ist für die Vögel.«

Das Thema Fachkräftemangel verbindet er mit der der vor allem auch in Bayern schwächelnden Digitalisierung: »Wenn überall am Land Funklöcher bestehen und du keine Aussicht auf schnelles Internet hast, da findest du auch keine Fachkräfte...« Das müsse man schleunigst ändern.