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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 14. December 2019 · 07:00 Uhr
 
 
 

»Wir gehen noch nicht in Rente«

Jubiläumsfeier: 60 Jahre Überparteiliche Bürgergemeinschaft

ÜB-Gruppenbild Landrat (von li) Jürgen Schleich, Renate Rösch, Peter Gampenrieder, Ingrid Sedlbauer, Stefan Löwl und Heidi Fitzthum. (Foto: A. Förster)

Zu jedem Rückblick gehört auch ein Ausblick. »Seit sechs Jahrzehnten setzt sich die ÜB Dachau für das Wohl der Dachauerinnen und Dachauer ein«, sagte der Vorsitzende der ÜB Dachau, Jürgen Schleich, in seiner Begrüßung. Und schaute dabei gleichwohl nach vorne: »Natürlich wollen wir auch weiterhin eine gestaltende Kraft hier im Ort sein!« Das Jubiläum war Anlass zu einer großen Feier im Stockmann-Saal des Ludwig-Thoma-Hauses. Gekommen waren Freunde, Weggefährten und aktuelle Mandatsträger der ÜB sowie weiterer im Stadtrat vertretener Parteien.

Oberbürgermeister Florian Hartmann dankte in seinem Grußwort für die »lösungsorientierte und konstruktive Zusammenarbeit im Stadtrat«, in dem die ÜB ja bereits zweimal den Bürgermeister gestellt habe, von 1966 bis 1996 war es der parteilose Dr. Josef Reitmeier - damals der gemeinsame Kandidat von ÜB und CSU. Von 1996 bis 2003 hieß der Bürgermeister Kurt Piller, der Kandidat der ÜB. »Und ohne die ÜB hätten wir keinen Park am Moorbad, es war der Antrag der ÜB zur öffentlichen Nutzung des ehemaligen Postschulgeländes, der dazu geführt hat, dass wir da jetzt einen Park, die Stadtbücherei und ein Studentenwohnheim haben...«

Landrat Stefan Löwl dankte der ÜB für ihren ehrenamtlichen Einsatz in Sportvereinen und Kultur, der zum Leitbild der Wählergemeinschaft gehört, und brachte als Geburtstagsgeschenk einen Gutschein für 60 Baumsetzlinge aus dem Landratsamt mit. Die darf und soll die ÜB nun einpflanzen, als Zeichen für das gemeinsame Ziel, durch den Umweltschutz das Gemeinwohl zu stärken.

Festredner Professor Dr. Wilhelm Liebhart aus Altomünster sprach über die Historie der ÜB, von der Geburtsstunde am 14. November 1959, als Paul Burkert, Karl Fill und Willy Teufelhart senior die Notwendigkeit erkannten, der Union und den Sozialdemokraten eine dritte Kraft entgegenzustellen. Bei der Wahl 1998 gewann die ÜB acht Mandate und zog mit der SPD gleich. Die Stadträte hießen Heidi Fitzthum, Hans Kron, Dr. Heinrich Lehn, Christine Unzeitig, Hermann Windele, Helmut Höfelmaier, Rudolf Miehr und Wolfgang Gerstner.

2002 stieg die ÜB zur zweitstärksten Fraktion nach der CSU auf, unter anderem mit Peter Denk von der gleichnamigen Backstube sowie Dr. Wolfgang Erdmann und Claus Weber. Denks Nachfolgerin in der Backstube, Nicole Schön, mittlerweile Innungsobermeisterin, überbrachte einen selbstgebackenen, kunstvoll verzierten Geburtstagskuchen aus Getreide- und Brezenteig. Ob die ÜB bei der nächsten Kommunalwahl nach mehrjähriger Pause wieder den Bürgermeister stellen wird, ist völlig offen. Ihr Kandidat, Dr. Peter Gampenrieder, strahlte jedenfalls Optimismus aus und verteilte seine Werbeflyer. Als Geburtstagsständchen sang der PopChor(n) Dachau Nenas »Wunder gescheh'n«.