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Sunday, 20. January 2019 · 12:38 Uhr
 
 
 

»Was die Wiener können, das können die Karlsfelder auch!«

Die Camerata Neujahrsgala bezauberte das Publikum

Besonders die Duette der renommierten Opernsänger begeisterten das Publikum. (Foto: KA)

Viele Zuschauer haben am Neujahrstag bereits im Fernsehen das Wiener Neujahrskonzert verfolgt und sich so auf die traditionelle Neujahrsgala der »Camerata München« auf einen wundervollen Abend eingestimmt. Und sie wurden nicht enttäuscht: Bernhard Koch und sein Orchester sowie die Sopranistin Elaine Ortiz-Arandes und der Tenor Anton Klotzner verzauberten das Publikum im Bürgerhaus Karlsfeld und boten einen musikalisch anspruchsvollen Einstieg ins neue Jahr.

Eröffnet wurde die Gala mit der Ouvertüre zu Mozarts »Entführung aus dem Serail«. Sänger Anton Klotzner bot stimmgewaltig die Arie des Pedrillo »Frisch zum Kampfe« dar und in Mozarts »Le nozze di Figaro« beklagte Ortiz-Arandes in der »Arie der Gräfin« die Untreue ihres Mannes und sang brillant eine der schwierigsten Arien in der Opernliteratur. Nach dem Ausflug zu Rossinis »Die Italienerin in Algier«, begeisterte das Ensemble mit Stücken des Komponisten Giuseppe Verdi. In dem Duett von Violetta und Alfredo »Un di felice, eterea« aus »La Traviata« zeigten Klotzner und Ortiz-Arandes ausdrucksstark, wie die beiden noch von einer wunderbaren Zukunft träumten.
Die Oper »Rigoletto« gilt als das erste Meisterwerk Verdis und begründete dessen Weltruhm. Die Arie der Gilda »Caro nome«, gesungen von Elaine Ortiz-Arandes, riss die Zuhörer in ihren Bann. Mit dem Duett von Gilda und Duca, ebenfalls aus der Oper »Rigoletto«, in dem sich Rigoletto in die Tochter des Hofnarren verguckt und sich als armer Student ausgibt – musikalisch sowie schauspielerisch von den beiden Sängern brillant gemeistert - verabschiedete sich das Ensemble in die Pause. Dort schenkte u.a. Kulturreferentin Ingrid Brünich Sekt an die Besucher aus. Nach der Pause ging es rasant und temporeich weiter mit Bizets »Carmen« und dem Einzug des Toreros. Bezaubernd der Auftritt von Ortiz-Arandes als Juliette in Gounods »Romeo und Julia«, die zum ersten Mal einen Ball besucht und überglücklich ist. In Puccinis »Tosca« glänzte der Tenor Anton Klotzner in der Arie des Cavaradossi »Lucevan le stelle«. »Aus der Opernwelt kann man sehr vieles lernen, auch fürs Leben«, erklärte Anton Klotzner, »denn Cavaradossi dachte vor seiner Hinrichtung nur an die schönen Momente seines Lebens. Wenn man weiß, dass man sterben muss, dann so«.

Strauss ist bei allen beliebt und darf auf keinem Neujahrskonzert fehlen. Zuerst spielte das Orchester den Fledermaus-Walzer, dann wurde das Duett Rosalinde und Eisenstein, ebenfalls aus der Operette »Fledermaus«, die als Höhepunkt der Goldenen Operettenära gilt, dargeboten - ein wahrer Ohrenschmaus. Das sog. Uhrenduett mit dem Titel »Dieser Anstand, so manierlich«, war auch auf der diesjährigen Camerata Neujahrsgala ein absolutes Highlight. Die maskierte Rosalinde knöfte ihrem unwissenden Ehemann seine Uhr als Beweisstück beim Besuch eines Balles ab. Die Polka »Donner und Blitz« rundete das Strauss-Repertoire ab.

Komödiantisch erklärte und leidenschaftlich sang Klotzner die »Mattinata« von Leoncavallo, die nur bei besonderen Anlässen vorgetragen wird. »Denn wenn der Ehemann nachts unterwegs ist, hat die Ehefrau einen sog. Bewacher. Dieser wiederum wird von einem weiteren Bewacher geschützt, falls der Ehemann doch früher nach Hause kommen sollte. Dann wird die sog. »Mattinata« gesungen«, lachte der Tenor. Mit Rossinis »La Danza« endete das offizielle, wieder einmal genial zusammengestellte Programm der Camerata Neujahrsgala. Doch ohne Zugaben entließ der künstlerische Leiter Bernhard Koch die Besucher nicht ins neue Jahr. Dabei durfte der bekannte Radetzky-Marsch nicht fehlen, zu dem das Publikum kräftig mitklatschte. Kulturreferentin Ingrid Brünich überreichte als Dank für den schönen Abend Blumen an die hochkarätigen Künstler.

»Ich komme im nächsten Jahr wieder«, so eine begeisterte Zuschauerin, die die Camerata Neujahrsgala mit dem Wiener Neujahrskonzert verglich und zu dem Schluss kam »tolle Musiker, tolle Sänger, genauso gut wie in Wien, nur etwas kleiner gehalten«.