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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Friday, 19. October 2018 · 17:42 Uhr
 
 
 

»Ein großes Geschenk!«

Stefan Weiller in der Friedenskirche

»Letzte Lieder light« präsentierten (von li) Mareike Bender, Christina Schmid, Stefan Weiller, Birgitta Assheuer und das Ehepaar Sach. (Foto: Elisabeth-Hospiz-Verein)

»Letzte Lieder light«, eine Konzertreihe von Stefan Weiller in der Friedenskirche Dachau, war mit rund 100 Personen gut besucht. Die Veranstaltung wurde getragen von den faszinierenden Stimmen der Sängerinnen, den Erzählern, den Interview-Wiedergaben und natürlich von den Lieblingsliedern der Sterbenden. Viele Besucher hatten Tränen in den Augen, sowohl aus Rührung als auch Freudentränen.

Ein Querschnitt durch das Leben - ein Hospizbewohner kündigte seinen Liedwunsch an mit, »er ist ganz schlicht und zum Sterben schön«, die Sängerin stimmte sodann »Let it be« an.

Herzzerreißend auch die Geschichte einer Jüdin, die mit dem Lied »A jiddische Mame« so viel verband. Getrennt von ihrer Mutter verbrachte sie einen großen Teil ihrer Kindheit im Lager und erst nachdem die Mauer fiel, traf sie, kurz vor deren Tod ihre Mutter. Sie erklärte, »wissen Sie, mir gefällt der Gedanke, dass alle mein Lied hören, wenn ich schon nicht mehr da bin, und es werden sich trotzdem alle an mich erinnern«.

Auch der kleine Ole wurde von Steffan Weiller befragt, der zusammen mit Eltern und Schwester »Weißt Du wie viel Sternlein stehen?« sang, bis er einschlief - bewegend war es, als die ganze Kirche in den Gesang der Sopranistin mit einstimmte.

Den ausführlichen Bericht einer Dame, die erst beim zehnten Partner den absolut Richtigen fand, ließ jeden schmunzeln. Sie resümierte über das Leben: »Genießen Sie's«.

Man könnte unendlich weiter erzählen. Der Schlusspunkt setzte die Erzählung einer Tochter, die sich sicher war, ihre Mutter würde als wichtigstes Lied ihres Lebens »Let's twist again« nennen. Lebensfreude hat sie von ihrer Mutter gelernt: »Sie freut sich über das Leben - und auch diese Phase gehört dazu«. Es war die Aufforderung an alle Gäste, sich mit zu freuen und zu tanzen.

Die Veranstaltung wurde von allen Zuhörern als ein großes Geschenk bezeichnet. Das Konzert war eine außergewöhnliche Bereicherung, wofür sich der Elisabeth-Hospizverein Dachau e.V. bei allen bedankt - den Künstlern vor und hinter dem »Mikro«, den Gästen und vor allem dem Hauptsponsor Hanrieder Bestattungen.

Mareike Bender, Christina Schmid, Stefan Weiller, Birgitta Assheuer und das Ehepaar Sach.

Rolf Sach und singend Birgitta Assheuer (Lied: »A jiddische Mame«