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Sunday, 18. August 2019 · 02:37 Uhr
 
 
 

»Der geplante Neubau ist dringend erforderlich«

Bürgermeisterkandidat Wolfgang Hörl besucht das Dachauer Tierheim

Silvia Gruber (Mitte) führte Martina Purkhardt und Wolfgang Hörl durch alle Gebäude des Dachauer Tierheims. (Foto: chk)

Am 7. August kam der Schwabhausener Bürgermeisterkandidat Wolfgang Hörl für einen Informationsbesuch im Dachauer Tierheim vorbei. Hörl, der seit 2008 im Gemeinderat sitzt und seit 2016 zweiter Bürgermeister ist, tritt für die Freien Wähler und den Bürgerblock Arnbach an. Mitgebracht hatte er Freie Wähler Kreisrätin und Schwabhausener Gemeinderätin Martina Purkhardt. Gemeinsam mit der Vorsitzenden des Dachauer Tierschutzvereins, Silvia Gruber, besichtigten die Politiker die Gebäude und deren tierische Insassen – von der Schlange über den Wellensittich bis zu Kleintieren und natürlich Hund und Katz war einiges geboten. Danach traf man sich in der kleinen Mitarbeiterküche zum Informationsaustausch.

Scheinbar kaum auszurottenden Gerüchte und Vorurteile, die von Dritten an Kommunalpolitiker herangetragen werden, brachten Hörl und Purkhardt mit und in einem offenen und klärenden Gespräch auf den Tisch: Das Tierheim hortet Insassen, Jäger und Landwirte bekommen keinen Hund, Katzen werden nicht vermittelt, Steuergelder werden verschwendet und vieles mehr. Jeden einzelnen Punkt konnte Silvia Gruber widerlegen, entkräften oder erklären und sowohl Wolfgang Hörl als auch Martina Purkhardt waren beeindruckt, welche und vor allem wie viel Arbeit das Tierheim mit seinen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen leistet.

Wolfgang Hörl versprach, sich für die Erhöhung der Fundtierpauschale in der Gemeinde Schwabhausen auf 1,50 Euro einzusetzen und auch den Bau des neuen Multifunktionshauses zu unterstützen.

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass man im persönlichen Gespräch und indem man sich vor Ort informiert, viele Vorbehalte und Vorurteile ausräumen kann. Silvia Gruber hat sich sehr über das Interesse gefreut und bedankte sich herzlich bei Martina Purkhardt und Wolfgang Hörl, dass die beiden sich gut zwei Stunden Zeit genommen hatten für das Dachauer Tierheim.

Katzenbesitzer Hörl, der nach eigenen Angaben seit gut zwölf Jahren »Bediensteter und Dosenöffner« seiner Samtpfote Nelly ist, beantwortete dem KURIER am Schluss noch drei Fragen:

Was hat Sie bei Ihrem Besuch heute am meisten beeindruckt?

Hörl: Die Enge, wie gedrängt hier auf kleinstem Raum alles untergebracht werden muss. Und dass man sieht, welch unglaublichen Einsatz Ehrenamtliche und Mitarbeiter erbringen und was aus den vorhandenen Möglichkeiten entsteht. Ob das die bunte Fliesenmischung in der Mitarbeiterküche ist oder, dass man in den Katzenzimmern noch versucht, in jedem Holzregal eine kleine Rückzugsmöglichkeit oder einen bequemen Liegeplatz zu bauen. Das Tierheim wurde nicht schnell nach Architektenplan hingestellt, das ist in Jahrzehnten gewachsen und entstanden – mit all seinen Vor- aber auch Nachteilen.

Mit einem relativ kleinen Anliegen ist das Tierheim bisher in den Rathäusern auf taube Ohren gestoßen: Obwohl Bergung und Entsorgung toter Tiere von den Straßen Aufgabe der Gemeinden ist, holt das Tierheim freiwillig totgefahrene Katzen und Hunde im ganzen Landkreis ab. Es wird geprüft, ob das Tier mit einem Chip versehen ist. Bei einer Registrierung kann man den Besitzer über den Verbleib seines Tieres informieren und auch die Flut von Vermisstenmeldungen etwas eindämmen. Danach müssen die Kadaver natürlich auf Kosten des Tierheims entsorgt werden. Wenn sich die Bauhöfe ein Chip-Lesegerät anschaffen würden (Kosten zirka 70 bis 130 Euro), die toten Tiere checken und mit einem einfachen Formular das Tierheim informieren, könnte man unzählige Fahrten durch den Landkreis, Zeit und Kosten sparen. Würden Sie sich dafür einsetzen, dass Schwabhausen diese wertvolle Hilfe leistet?

Hörl: Da das wirklich ein kleiner finanzieller Betrag und sehr wenig Aufwand für die Mitarbeiter wäre, werde ich das Anliegen sofort über den Verwaltungsweg beim Bürgermeister platzieren, damit man es anschließend mit dem Bauhof besprechen kann.

Bitte vollenden Sie den Satz: Nach einer erfolgreichen Bürgermeisterwahl 2020 werde ich sofort….

Hörl ... ein E-Bike als Dienstfahrzeug für meinen neuen Arbeitsweg anschaffen.