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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Wednesday, 18. July 2018 · 21:45 Uhr
 
 
 

Neu im Landratsamt: VdK-Wohnberatung

Großes Interesse/Ehrenamtliche Wohnberater gesucht

Bilanz gezogen haben (von li) Stefanie Otterbein, Michaela Heyne, Eberhard Grünzinger, Herbert Lochbrunner, Landrat Löwl, Yvonne Knobloch, Christa Kurzlechner, LA Dachau und Anton Hassmann. (Foto: LA Dachau)

Rund ein Jahr nach dem Start der VdK-Wohnberatung im Landkreis Dachau haben Landrat Stefan Löwl und die Verantwortlichen des Sozialverbands VdK Bayern eine positive Startbilanz gezogen. Bei einer Informationsveranstaltung im Großen Sitzungssaal des Landratsamts Dachau wurde das gemeinsame Projekt den Landkreisbürgermeitsern sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt.

Bei der VdK-Wohnberatung können sich alle die im Landkreis wohnen, kostenlos, kompetent und unabhängig zum barrierefreien Umbau ihres Hauses oder ihrer Wohnung beraten lassen. Landrat Stefan Löwl bezeichnete die Wohnberatung als ein »wichtiges Zukunftsthema«. Die Bevölkerung wird zunehmend älter. Außerdem bestehe der Wunsch, »so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben zu können«. Deswegen sei die Beratungsstelle für den barrierefreien Umbau dem Landkreis besonders wichtig. Mit dem VdK habe der Landkreis Dachau einen »starken, in der Region verwurzelten Sozialverband« als Partner gewonnen.

Bisher läuft die Zusammenarbeit sehr gut, wie Landrat Löwl betonte. Christa Kurzlechner, die sich beim Landratsamt Dachau um die Wohnberatung kümmert, bezeichnete es als »bewundernswert, wie sich der VdK für die Wohnberatung und die Barrierefreiheit einsetzt«.

Der stellvertretende Landesgeschäftsführer des Sozialverbands VdK Bayern, Herbert Lochbrunner, berichtete von einer sehr guten Resonanz auf das Projekt. »Wohnen ist ein existenzielles Bedürfnis«, sagte Lochbrunner, »und das Angebot an passendem, bezahlbarem barrierefreien Wohnraum ist viel zu gering«. Er fügte hinzu: »Wir wollen, dass ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen in ihrem gewohnten Umfeld wohnen bleiben können«.

VdK-Wohnberaterin Michaela Heyne sagte bei der Vorstellung des Projekts, Zielgruppe seien vor allem ältere Menschen und Menschen mit Behinderung. Sie warb aber auch dafür, dass sich die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig mit dem Thema barrierefreier Umbau beschäftigen, damit sie im Notfall nicht vor unüberwindbaren Hindernissen stehen.

Ziel der Wohnberatung sei es, den Menschen zu einem selbstständigen Leben in den eigenen vier Wänden zu verhelfen und so auch die pflegenden Angehörigen zu entlasten sowie Heimaufenthalte zu vermeiden. »Zu den Aufgaben als Wohnberaterin gehört, den Menschen, meist bei Hausbesuchen, eine Erstberatung zu geben«, erläuterte Heyne. Nach einer Bewertung der Gesamtsituation würde sie Anpassungs- und Veränderungsvorschläge machen, Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigen und bei Anträgen zur Kostenübernahme bei Kranken- und Pflegekassen sowie Fördermitteln unterstützen.

Die VdK-Wohnberatung arbeitet bisher mit vier ehrenamtlichen Mitarbeitern in Odelzhausen, Petershausen, Schwabhausen und Vierkirchen zusammen. Einer von ihnen ist Gerhard Dirlenbach, der bereits zertifizierter Wohnberater ist. Heyne lud interessierte Bürgerinnen und Bürger dazu ein, sich ebenfalls für das Projekt zu engagieren. Im Januar und Februar 2018 wird es eine kostenlose Schulung geben, in welcher die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach bundesweit gültigen Standards zu zertifizierten Wohnberatern ausgebildet werden.