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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 15. November 2018 · 21:46 Uhr
 
 
 

Martin Güll verpasst Einzug in den Landtag

»Gute Bildung bleibt trotz allem das zentrale Thema!«

Martin Güll verabschiedet sich aus dem Landtag in den Ruhestand. (Foto: SPD)

Seit Dienstag, den 16. Oktober 2018 steht nun fest, dass Martin Güll einen erneuten Einzug in den Bayerischen Landtag knapp verpasst hat. Er erhielt im Landkreis Dachau 10.211 Erststimmen, das sind 12,66 Prozent. 557 Stimmen für ihn und die SPD haben am Ende den Ausschlag gegeben - das wären im Landkreis Dachau 0,5 Prozent aller Stimmberechtigten gewesen. Das ist nicht viel, gemessen am Ergebnis von 2013 oder gar 2008. Damals wählten ihn 16.200 Männer und Frauen, 23,4 Prozent (2013), 2008 waren es sogar 26 Prozent. Ein Blick in die einzelnen Gemeinden im Landkreis Dachau macht deutlich: Martin Güll hat als Person in mehreren Fällen doppelt so viele Stimmen erhalten als die SPD. Ein schwacher Trost, aber ein kleines Kompliment an ihn vor allem als Mensch, als Abgeordneter und als Experte in Sachen Bildung.

Diese Expertise kann ihm zweifellos bescheinigt werden, denn über Parteigrenzen hinweg hat er schon kurz nach Bekanntwerdung des Ergebnisses viel Dank und Lob für seine Arbeit sowie sein Engagement im Bildungsbereich im Bayerischen Landtag und für die SPD erhalten. Auf Facebook und persönlich. »Die Bildung bleibt ein zentrales Thema!«, so ist Martin Güll in den Wahlkampf im Landkreis Dachau gegangen - ergänzend zu den Themen, die von der BayernSPD für den Wahlkampf gesetzt wurden. Güll ist sicher: »Eine Lehre sollte man ziehen: Die SPD als Bildungspartei darf in keinem Wahlkampf das Thema Bildung vernachlässigen. Hoffentlich werden die nächsten Wahlkämpfer das nicht vergessen«. Bildung ist der Schlüssel für das ganze Leben, das weiß Güll aus den Gesprächen mit allen an Bildung Beteiligten. Und wer ihn schon zu dem Thema gehört hat, den braucht man hinterher nicht weiter zu überzeugen - denn alle seine Argumente sind folgerichtig und erstrebenswert.

Sein Wunsch für die Zukunft: Bayern braucht mehr Veränderungen und mutige Entscheidungen im Bildungsbereich. Sein Wunsch richtet sich natürlich in erster Linie an die Abgeordneten im neuen Bayerischen Landtag. Alle demokratischen Kräfte müssen in die Zukunft schauen und die Möglichkeiten für alle Kinder dabei im Blick haben. Die SPD wird es alleine nicht stemmen können.

Das insgesamt desaströse Ergebnis der Landtagswahl für die SPD gründet sich einerseits auf dem Erfolg der Grünen und andererseits bedauerlicherweise auf dem Erstarken von Rechtspopulisten. »Auch das gehört zur Wahrheit«, so Martin Güll.

Am Ende bleibt dem ausscheidenden Landtagsabgeordneten noch der Dank an seine Familie, seine Mitarbeiter und die engagierten Mitstreiter von der LandkreisSPD. »Wir waren ein Superteam«, schreibt er in einer persönlichen Nachricht. Besonders bedanken möchte er sich bei Martina Tschirge, die für die SPD für den Bezirkstag kandidiert hatte. Dass auch sie nicht erfolgreich sein konnte, lag sicher nicht an der Person, sondern am Abschneiden der SPD insgesamt, wobei man in diesem Fall berücksichtigen darf und muss, dass die Kandidatur gegen den amtierenden Bezirkstagspräsidenten mehr als schwierig war.

Martin Güll braucht über seine Zukunft nicht lange nachdenken. In wenigen Wochen wird der ehemalige Schulleiter 65 Jahre alt - und damit kann er berechtigter Weise in den Ruhestand gehen und sich Zeit für anderes nehmen. Ideen dafür hat er genug!