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Sunday, 21. October 2018 · 08:12 Uhr
 
 
 

Landkreisjugend soll Demokratie üben

Wahlen zum ersten Jugendkreistag stehen bevor

Stehen voll hinter dem neuen Jugendkreistag (von li): Landrat Stefan Löwl, Bernadetta Czech-Sailer (BdL), Maximilian Huber (Kreisjungendpfleger) und Ludwig Gasteiger (GF Kreisjugendring Dachau). (Foto: A. Förster)

Mit Start des Schuljahres werden die Schulen im Landkreis Dachau erstmals Delegierte in den Jugendkreistag entsenden. Es handelt sich dabei um ein Projekt der Partnerschaft »Demokratie leben!« zwischen dem Landkreis, der Jugendpflege und dem Kreisjugendring. Um diesen Jugendkreistag, der bis jetzt nur auf dem Papier besteht, ins Leben zu rufen, braucht es nun Schülerinnern und Schüler ab der siebten Klasse, die das Ehrenamt einer Jugendkreisrätin oder eines Jugendkreisrats übernehmen wollen. »Da sind jetzt die weiterführenden Schulen im Landkreis gefordert, insbesondere die Vertrauenslehrer und die Schülermitverwaltung«, sagt der Geschäftsführer des Kreisjugendrings, Ludwig Gasteiger. Sie sollen die Mädchen und Jungen für die demokratische Mitbestimmung aus Kreisebene begeistern und Kreisräte ernennen oder wählen lassen.

Jede Schule stellt mindestens zwei und maximal fünf Delegierte, je nach Größe. Insgesamt wird der Jugendkreistag 70 Sitze umfassen, vier davon gehen an die Jugendorganisationen. Der Vorsitz liegt beim Landrat, er wird wechselnde Beisitzer berufen, die ihn unterstützen und Tagesordnungspunkte leiten. Der Jugendkreisrat wird, ähnlich den Jugendräten der Gemeinden Odelzhausen und Bergkirchen oder der Stadt Dachau, überwiegend eine beratende Funktion und ein Vorschlagsrecht haben. »Ein Mehrheitsbeschluss wird in den Kreistag und seine Ausschüsse eingebracht, dort weiter beraten und gegebenenfalls auch beschlossen«, erklärt Landrat Stefan Löwl. »Bei Themen, die außerhalb der Zuständigkeit des Kreistags liegen, werden die Beschlüsse an die zuständige Behörde weitergeleitet«, verspricht er. Im Vordergrund stehe, das betonen Löwl, Gasteiger und der Kreisjugendpfleger Maximilian Huber unisono, das Verstehen und Erlernen demokratischer Prozesse: Diskutieren und debattieren, Mehrheiten finden, Kompromisse erarbeiten, formale Zuständigkeiten einhalten, Prioritäten setzen. Das beginne mit der Verteilung von jährlich 5.000 Euro, über deren Verwendung der künftige Jugendkreisrat völlig selbständig entscheiden kann. »Solange es um legale Projekte handelt, wird ihm niemand dreinreden«, verspricht Löwl.

Der Jugendkreisrat tagt zwei- bis dreimal im Jahr, jeweils freitags von 9 bis 12 Uhr. Die konstituierende Sitzung ist für den 16. November vorgesehen, konkrete Anträge erwartet Löwl aber erst bei der nächsten Sitzung am 22. Februar 2019. »Zunächst geht es ums Kennenlernen, um die Einführung in die Prozesse, dazu wird es einen Workshop geben«, erklärt er.

Um die Schülerinnen und Schüler neugierig zu machen, hat man ein flottes Erklärvideo produziert (www.kjr-dachau.de/projekte/jugendkreistag) sowie Infobroschüren mit dem Titel »Nutze Deine Chance«, die in den Schulen verteilt werden.