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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 21. August 2018 · 17:53 Uhr
 
 
 

Große Gefahr für Wildtiere

Freilaufende Hunde und unvernünftige Besitzer

Dieses kleine Findelkind wird von Andrea Brunner liebevoll aufgepäppelt - ein »Rund um die Uhr-Job«. (Foto: privat)

Ab Januar häufen sich die traurigen Vorfälle, bei denen vor allem freilaufende Hunde und ihre verantwortungslosen Besitzer eine Rolle spielen: viele Wildtiere werden getötet oder gehetzt, so dass die von Kälte und Hunger geschwächten Tiere sterben. Oder es werden die ersten Jungtiere aufgestöbert, verletzt oder vertrieben. Martin Heitmeier, Jagdpächter bei der Jagdgenossenschaft Bergkirchen, schickte uns das Foto eines gerissenen Rehs, das Thomas Barth in Bibereck auf dem Hof des Vaters gefunden hat. Auf einen Hund weisen eindeutige Bissverletzungen hin und leider kommen solche Funde immer häufiger vor.

»Die Felder um Bibereck und der neue Maisachwanderweg sind richtige Hundewanderstrecken geworden, nicht nur für Bergkirchener, sondern auch für Spaziergänger aus anderen Landkreisen«, so Heitmeier. Spricht er Hundebesitzer an, hört der Jäger immer dieselben Aussagen: »Mein Hund hört aufs Wort, der würde nie abhauen ….« Dabei liegt es in der Natur eines Hundes, »Beute«, die aufspringt oder eine frische Fährte hinterlassen hat, zu jagen.

Ein anderes Problem sind Jungtiere wie Rehkitze oder Feldhasen, die von freilaufenden Hunden – aber auch Katzen – aufgestöbert, verscheucht oder verletzt werden.

Junge Feldhasen kommen schon ab Februar zur Welt und werden in hohem Gras oder Buschwerk von der Mutter abgelegt. Oft besteht diese »Kinderstube« aber auch nur aus einer Erdmulde am Rand von Wegen. Feldhasenmütter kommen nur alle zwölf Stunden zum Nachwuchs, um diesen zu säugen. Die restliche Zeit sind die Zwerge auf sich allein gestellt und verharren geduckt in ihrem Versteck. Durch fehlenden Eigengeruch und Fellfarbe sind sie perfekt vor Fressfeinden getarnt.

Freilaufende Hunde und auch Katzen sind eine große Gefahr für diese Jungen. Hunde und Katzen stöbern die Kleinen auf, »spielen« mit ihrer Beute, was oft deren Tod bedeutet. Katzen tragen Hasenbabys manchmal auch nach Hause, die Hasenmutter kann ihr Kind dann nicht mehr finden.

Bitte auf keinen Fall Wildtierbabys streicheln oder mitnehmen, meist warten die Kleinen nur auf die nächste Mahlzeit. Nur wenn man Verletzungen sieht, das Tierkind auf der Seite liegt oder Menschen nachläuft, sollte man es aufnehmen und ins Tierheim bringen.

Das Dachauer Tierheim kann sich in solchen Fälle auf Andrea Brunner verlassen, die einen privaten Gnadenhof bei Gerolsbach hat und als »Wildtier-Aufzucht-Zweistelle« fungiert. Sind es im Herbst vor allem kleine Igelchen, hat sie gerade zwei Feldhasenbabys zu versorgen. (Weitere Infos/Fotos zu den Kleinen und Andrea Brunner findet man auf auf Facebook oder www.andreabrunnerart.de).