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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 19. July 2018 · 23:19 Uhr
 
 
 

Das Leberblümchen

Der Anoertaker des Monats März

Das Leberblümchen ist der Ampertaler des Monats März. (Foto: Sebastian Böhm)
 

Die Gebietsbetreuung des Ampertals bei den Landschaftspflegeverbänden Dachau und Fürstenfeldbruck (gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds und dem Bezirk Oberbayern) stellt jeden Monat einen »echten Ureinwohner« vor.

Momentan ist Braun noch die dominierende Farbe der Wälder im Natura 2000–Gebiet. Allerdings spitzt hier und da schon das erste zarte Grün aus dem Boden und manche Pflanzen beginnen sogar schon im März zu blühen. Eine davon, und noch dazu eine der schönsten, ist das Leberblümchen.

Die auffälligen, blauvioletten Blüten lassen sich sehen, solange der Wald darüber sein Blätterdach noch nicht geschlossen hat, und so das Licht vom Boden fernhält. Mitte April ist meistens bereits schon Schluss mit der filigranen Blütenpracht, aber die fleischig wirkenden, dreilappigen Blätter lassen sich bei genauem Hinsehen das ganze Jahr über entdecken. Ihrer entfernt leberähnlichen Form verdankt das Blümchen seinen Namen. Auch sprach man ihm deshalb früher heilsame Fähigkeiten im Zusammenhang mit Erkrankungen dieses Organs zu. Daran ist allerdings wenig Wahres, denn im frischen Zustand ist die Pflanze sogar leicht giftig. Größter Beliebtheit erfreut sie sich wegen ihres reizvollen Äußeren, weshalb sie auch im Garten gerne angepflanzt wird. Allerdings ist das Ausgraben in freier Natur verboten, denn nach der Bundesartenschutzverordnung ist das Leberblümchen streng geschützt. Für den Gartenfreund finden sich aber trotzdem viele Zuchtformen verschiedenster Gestalt zu kaufen, denn die Blume wird als Zierpflanze schon seit Jahrhunderten kultiviert.

Im Ampertal findet man die Art in lichten Wäldern mit beispielsweise Buchen und Eichen, wo sie zusammen mit anderen Frühblühern wie Seidelbast und Buschwindröschen wertvolle Nahrungsquelle für Insekten in dieser blütenarmen Jahreszeit bietet. Bevorzugt werden kalkreiche Böden, weshalb sie nach Norden hin im Natura 2000–Gebiet seltener zu finden ist. Rar wird sie auch dort, wo ihr Biotop verschwindet. So etwa in Bereichen, wo die ehemals weitverbreiteten Buchenwälder durch Fichtenforste ersetzt wurden. Also kann man diesen farbenfrohen Frühjahrsboten auch als Zeiger für den wertvollen Lebensraum der lichten Laubwälder mit ihrer Vielzahl an Tierund Pflanzenarten werten.