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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Wednesday, 18. July 2018 · 21:48 Uhr
 
 
 

Bayerns Markisenkönig

Der 87-jährige Karl-Heinz Weber

Alter schützt vor Liebe nicht: Das Unternehmer-Ehepaar Maria und Karl-Heinz Weber (Foto: öxler)

Es war einmal ein König und der herrschte viele Jahrzehnte über sein Reich. Er war gütig und gerecht, angesehen auch – bei seiner Gefolgschaft wie bei allen, die zu ihm kamen, um ihm ihre Gunst zu erweisen. Und weil er schon betagt war, buhlten viele auch um seine Nachfolge sowie seine Ländereien. Doch der König mochte nicht abdanken. Noch nicht! Erst, so ließ er verlauten, wenn einer käme, der aufrichtigen Herzens sei, mutig und den Aufgaben gewachsen, das Reich in seinem Sinne weiter zu regieren, ja der würde in seine Fußstapfen treten dürfen… Nein, liebe Leserinnen und Leser, ich habe nicht das Thema verfehlt und auch nicht das Feierabendbier vorgezogen. Denn so oder ähnlich ist die Geschichte von Karl-Heinz Weber, den ich vor acht Tagen kennengelernt habe. Zusammen mit seiner Frau Maria, die er »Mary« ruft, hat er mir sein Reich vorgestellt: Bavaria Markisen in Brunnen, nicht weit von Schrobenhausen. Gut, auf dem Papier ist noch immer eine Münchner Adresse angegeben, dort wo alles begann vor 55 Jahren. Doch das Herzstück des Markisen-Imperiums, so der
87-jährige „Markisenkönig“, sei halt die Produktion. Und die würde er nach wie vor, gemeinsam mit seiner Frau, betreuen. Erstaunlich und bewundernswert, finde ich, denn in einem Alter, in dem andere längst den Lehnstuhl durch­sitzen, führt er ein Team von etwa zehn bis zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an und zeigt seinen Mitbewerbern, wo der Bartl den Most holt. Ja, hat mir Maria Weber bestätigt, während sie mich – vorbei an einem gigantischen Stofflager – durch die Näherei geführt hat, mein Mann ist der alleinige Chef. Also der, der das Sagen hat? Genau, meinte sie, denn nur so konnte und kann das Unternehmen gesund wachsen. Nicht selbstverständlich, entgegnete ich, wo doch Markisen heute überall erhältlich sind. Sie schmunzelte nur und verwies mich auf die Vielfalt der Stoffe, mehr als 1.000 verschiedene Dessins seien es, und das qualitativ hochwertige Handwerk: Die Profile würden je nach Bestellung maßgenau gefertigt und die Stoffe computergesteuert konfektioniert. Das habe sich herumgesprochen, das bringe Anfragen
von Privatleuten aus ganz Deutschland. Doch wir konzentrieren uns auf Bayern, betonte Karl-Heinz Weber, der seinen Firmenstandort, mitten im Wirtschaftsdreieck München – Augsburg – Ingolstadt, strategisch ausgewählt hat. Nur so können wir auch besten Service garantieren, führte er aus. Und darum nehmen Interessenten auch den Weg zu uns nach Brunnen auf sich. Gut, doch bin ich davon überzeugt, dass auch das Preis-Leistungsverhältnis bei Bavaria-Markisen eine Rolle spielt und… die Herzlichkeit des Ehepaars Weber. Die Herzlichkeit und Offenheit, mit der sie auch mich empfangen und überzeugt haben. Ja saxn’ Di – wie »bei Königs« bin ich mir vorgekommen. Und ja, wenn sich Karl-Heinz Weber, der seine Wahlheimat Bayern über alles liebt, selbst zuweilen im Scherz als Markisenkönig bezeichnet, ja, dann… hat er Recht.