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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Wednesday, 24. January 2018 · 04:32 Uhr
 
 
 

»Bewegte Zeiten«

SPD mit klaren Zielen für die Land- und Bezirktagswahlen 2018

SPD - Meine Stimme für Vernunft. (von li) MdB Michael Schrodi, Kandidat für den Landtag Martin Güll, stv. Landrätin Marianne Klaffki, Kandidatin für den Bezirkstag Martina Tschirge und OB Florian Hartmann. (Foto: Carolin Ölsner)

Am Mittwochabend, den 10. Januar um 19 Uhr wurde es politisch im Wirtshaus am Erdweg. Die SPD nominierte für die Wahlen im Herbst 2018 ihre Kandidaten für den 18. Bayerischen Landtag und den 16. Bezirkstag Oberbayern. Einführende Worte fand Martin Güll (64) aus Hilgertshausen-Tandern, 1. Vorsitzender des SPD Unterbezirks Dachau und seit 2008 Abgeordneter des Bayerischen Landtags. Er begrüßte die 42 von insgesamt 51 geladenen Delegierten sowie rund 15  Vertreter aus Politik und Presse herzlich. Mit gut 82 Prozent anwesenden Parteimitgliedern, davon 45 Prozent Frauen, hat die SPD-Auftaktveranstaltung für die Wahlen in diesem Jahr ihre Quote erfüllt. Und das, bei den »bewegten Zeiten, die derzeit vor uns liegen«, so Güll. Er spricht damit die aktuellen Umfragewerte - rund 16 Prozent für die SPD bei einer eventuell bevorstehenden Neuwahl – und die momentane Regierungssituation an.

Begrüßende Worte fanden auch die stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki, Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann und Michael Schrodi, SPD-Abgeordneter im Bundestag für den Bundeswahlkreis Fürstenfeldbruch-Dachau, der zudem die Gelegenheit nutzte und allen Anwesenden von seinen ersten Wochen in Berlin berichtete. Mit dem Zitat von Karl Valentin »Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen«, beschreibt Schrodi die aktuelle Situation aus seiner Sicht. Er plädiert dafür, dass sich die SPD nur behaupten kann, wenn sie es schafft, sich inhaltlich neu aufzustellen und von den schlechten Wahlergebnissen im September 2017 zu lernen weiß. Vertrauen zu den Wählern müsse neu gebildet und der eigentliche Kern der SPD –  Solidarität, Sicherheit und sozialer Zusammenhalt – müsse wieder in den Mittelpunkt gerückt werden.  Denn genau das seien die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger. Er sieht die momentane Lage als Chance für die Partei, die genutzt werden muss, um wieder zu regieren und sich nicht wie bisher »unterbuttern zu lassen«. Die Ergebnisse der gerade stattfindenden Sondierungsgespräche werden, seiner Information nach, am Freitag zur Prüfung vorgelegt.

Um diese Ziele zur erreichen, schickt die Partei daher zwei Kandidaten ins Rennen. Für den Bezirkstag tritt die stellvertretende Vorsitzende der Landkreis-SPD, Martina Tschirge an. Bereits 2013 konnte sie ein beachtenswertes Ergebnis bei den Wahlen erlangen und möchte dieses Mal den Sprung in den Bezirkstag schaffen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist der 50-Jährigen aus Markt Indersdorf ein großes Anliegen und sie freut sich auf einen engagierten Wahlkampf. Sie sammelte politische Erfahrung im Indersdorfer Gemeinderat und bei Ihrer Tätigkeit als Kreisrätin. Derzeit arbeitet sie als Projektkoordinatorin im Ladratsamt Dachau im Fachbereich für Ehrenamt, Demographie, Bildung und Integration tätig. Ihre persönlichen Erfahrungen sowohl privat als auch beruflich, ihre Neugier und ihre Vorliebe vor Ort zu sein, haben sie dazu bewegt, diesen neuen Schritt zu gehen und für den Bezirkstag zu kandidieren. »Mir ist es ein besonderes Anliegen, Gefühle ernst zu nehmen«, so Martina Tschirge und »genau das macht sie für uns so sympathisch und sozial kompetent«, bestätigt Marianne Klaffki. »Meinen Fokus der letzten Jahre legte ich auf die Bereiche Jugend, Kultur und Soziales. Und genau diese sind es, die ich im Bezirkstag weiter unterstützen kann.«, hält Tschirge energisch fest.

Für den Landtag stellt sich in diesem Jahr Martin Güll und das zum dritten Mal zur Wahl. »Eine weitere Legislaturperiode verspricht spannend zu werden, denn die politischen Verhältnisse in Bayern werden sich völlig verändern. Die absolute Mehrheit der CSU wird Geschichte sein, denn wir müssen damit rechnen, dass möglicherweise sechs Parteien im Bayerischen Landtag vertreten sein werden«, so Güll. Der Chef der Landkreis-SPD, der seit 2011 der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Kultus ist, möchte weiterhin im Bildungsbereich Verbesserungen voranbringen. »Wir in der SPD-Fraktion haben auch in der Opposition einiges bewegen können. Ohne unsere jahrelange und hartnäckige parlamentarische Arbeit wäre das G9 nicht gekommen. Es gibt darüber hinaus noch genügend zu tun für eine bessere Bildung in Bayern«.

Mit insgesamt 37 von 41 Stimmen für Martina Tschirge und 41 von 42 Stimmen für Martin Güll haben die Nominierungskandidaten am Mittwoch ihre Bestätigung dafür erhalten, dass sie mit ausreichend Rückenhalt von den Parteimitgliedern des Landkreises in den Wahlkampf starten können.