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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 18. September 2018 · 23:07 Uhr
 
 
 

Von der Hofmark zur Stadt

CSU Dachau erinnert an Eingemeindung Pellheims

Georg Liegsalz, Josef Nauderer (1. Reihe von li), Tobias Stephan, Christine Unzeitig, Katja Staffler, Florian Schiller und Anton Hörl (2. Reihe von li) bei der Jubiläumsfeier. (Foto: Christine Unzeitig)

45 Jahre ist es her, als Pellheim, samt den dazugehörigen Ortsteilen Assenhausen, Lohfeld, Pullhausen und Viehhausen, in die Stadt Dachau eingemeindet wurde. Der CSU-Ortsverband Dachau hat dies zusammen mit der CSU-Stadtratsfraktion zum Anlass genommen und lud die Pellheimer Bürgerinnen und Bürger zu einem Jubiläums-Weißwurstfrühstück in den Saal des Gatshauses Liegsalz ein.

Zahlreiche Gäste waren der Einladung von Ortsvorsitzendem Tobias Stephan und Fraktionsvorsitzenden Florian Schiller gefolgt. Darunter Bundestagskandidatin Katrin Staffler, Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath sowie Bürgermeisterin Gertrud Schmidt-Podolsky und etliche Stadträtinnen und Stadträte. Besonders begrüßt wurden der letzte Bürgermeister Pellheims, Josef Nauderer, sowie die beiden damaligen Gemeinderäte Pellheims, Anton Hörl und Georg Liegsalz, die den gesamten Eingemeindungsprozess seinerzeit miterlebt und mitgestaltet hatten. Für die musikalisch würdige Umrahmung sorgte die Sigmertshauser Klarinettenmusi.

Nach einer kundigen Einführung in die lange Geschichte des Ortes Pellheim durch Stadträtin Christine Unzeitig, folgte ein Interview mit Josef Nauderer. Für viele Gäste war dies wie eine kleine Zeitreise in die Kommunalpolitik der 60er und 70er Jahre. Nauderer war damals ein junger Bürgermeister, der obwohl ursprünglich für den Pfarrersberuf vorgesehen, schnell seine Berufung in diesem Amt gefunden hatte. Der ehemalige Gemeindeschreiber musste damals die Umsetzung der bayernweit beschlossenen Gebietsreform für die noch eigenständige Gemeinde Pellheim umsetzen. Mit knapp 500 Einwohnern war sie für eine weitere Selbständigkeit zu klein und auch nicht in der Lage, so wichtige Fragen wie die Wasser- und Abwasserversorgung alleine zu regeln.

So ging es 1972 um die Entscheidung, sich entweder schnell festzulegen oder nach der Übergangsphase 1978 in eine möglicherweise ungeliebte Gemeinde zwangseingemeindet zu werden. Nachdem Dr. Lorenz Reitmeier, der damalige Bürgermeister von Dachau sowie die Fraktionssprecher von CSU und ÜB signalisiert hatten, sich eine Eingemeindung Pellheims nach Dachau gut vorstellen zu können, ging alles ganz schnell. Das letzte Wort hatten am 12. März 1972 die Bürgerinnen und Bürger. Und das Ergebnis war eindeutig: 262 Stimmen wurden bei der Bürgerbefragung abgegeben, 258 stimmten für die Eingemeindung nach Dachau, die dann bereits am 1. Juli 1972 erfolgte.

Nauderer machte deutlich, dass es damals trotz der Größenunterschiede der beiden Gemeinden fair abgelaufen sei: »Es gab von uns keine Forderungen und seitens Dachaus keine Zugeständnisse.« Ihm und den Gemeinderäten sei es darum gegangen, den dörflichen Charakter von Pellheim zu erhalten und zu bewahren. Gut erinnern konnte er sich noch an die Einstandsfeier im November 1972 und an den Rat, den er den Pellheimern dort mitgegeben hatte: »Leit hoit´s zam, dann is ma um d`Zukunft von Pellheim ned bang.« Ein Rat, der auch 45 Jahre später nichts an Aktualität eingebüßt hat.