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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 10. December 2019 · 04:33 Uhr
 
 
 

Premiere: Homeoffice

24 Stunden-Einsatz für Katzenkinder

Pflegerin Yvonne zuhause mit der Hälfte ihrer Schützlinge – Axel ist skeptisch und froh, wenn die Bande endlich im Tierheim wohnt. (Foto: chk)
 

»Tierpflegerin im Homeoffice« – das ist keine neue Arbeitsplatzbeschreibung im Dachauer Tierheim, zu diesem außergewöhnlichen Arbeitsmodell zwangen Pflegerin Yvonne sechs winzige Fellbündel.

Aus dem nordöstlichen Landkreisgebiet kamen Anfang September kurz hintereinander zehn Katzenkinder ins Dachauer Tierheim. Während ein Wurf mit vier Geschwistern schon etwas stabiler war und im Tierheim gepflegt werden konnten, waren die sechs anderen winzig und schwer krank. Erst zirka 3,5 Wochen alt und nur 250 Gramm schwer konnten sie nicht alleine essen oder sich entleeren. Auch ihr Allgemeinzustand war sehr schlecht, sie hatten Katzenschnupfen mit verklebten Augen. Die Nachbarin eines Bauernhofes hatte bemerkt, dass die Mutterkatze nicht mehr kam und darum kurzerhand den ganzen Wurf im Tierheim abgeliefert. Gott sei Dank hat sie nicht gezögert, denn so kleine Katzenbabys könnten nicht lange alleine durchhalten.

Nun stand Füttern und durch Bauchmassage entleeren auf dem Programm – alle zwei Stunden, rund um die Uhr. Zusätzlich brauchten die Kleinen Medikamente und Augensalbe. Weil das im Tierheim nicht zu leisten ist, wurde Pflegerin Yvonne samt Katzenbande ins »Homeoffice« abkommandiert. Ihr zehnjähriges Töchterchen hat natürlich fleißig geholfen, die französische Bulldogge Axel war dagegen skeptisch. »Er hat die Katzen geduldet, begeistert war er aber nicht«, so Yvonne. »Und als sie angefangen haben zu laufen, wurde es ihm oft zu viel«.

Nach vier Wochen hatte sich ein Vierstunden-Rhythmus eingespielt und die »Übergangsfamilie« war froh, dass die Katzenbande vor Kurzem ins Tierheim einziehen konnte und damit »der Ausnahmezustand für Mensch und Hund beendet ist«, so Yvonne. Das Modell Homeoffice ist für die Tierpflegerin keine Alternative zum normalen Dienst, denn »da hab ich irgendwann mal Feierabend«.

Am Ende wird sich die Mühe lohnen und alle zu gesunden und lustigen Katzenkindern heranwachsen, die bestimmt ein tolles Zuhause finden.