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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Wednesday, 26. September 2018 · 13:05 Uhr
 
 
 

Opfern von Flucht und Vertreibung

Bayernbund gedenkt mit einer Kranzniederlegung

Kranzniederlegung mit (von li) Kreis- und Stadtrat Robert Gasteiger, Markus Erhorn, stellv. Landrat Dr. Edgar Forster, Kreisrat Sebastian Leiß, Katharina Szimayer, Andreas Brüstle, Günther Schubert und Gottfried Rummler. (Foto: Bayernbund)

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung legte der Dachauer Kreisverband des Bayerbundes am Vertriebenengedenkstein in Dachau-Ost (Teplitzer Ring) erstmals einen Kranz nieder. Der Gedenkstein wurde 1953 auf Initiative des damaligen Geschäftsführers der Sozialen Baugenossenschaft Dachau-Ost eG, Ingenieur Otto Fritsch, errichtet und soll an die Toten von Flucht und Vertreibung aus den ehemaligen Ostgebieten erinnern.

Bayernbund Kreisvorsitzender Dr. Edgar Forster erinnerte in seiner Ansprache an das Schicksal der in den 1940er Jahren in Dachau angekommenen Menschen. »Sie errichteten hier die Friedlandsiedlung – dieser Gedenkplatz ist daher ein Platz des Friedens.« Er sprach außerdem über die Geschichte der verschiedenen Einreisewellen nach Bayern und von deren Integration. »Dieser Gedenkstein ist daher auch ein Integrationsdenkmal.« Markus Erhorn referierte anschließend über die Geschichte der Heimatvertriebenen in Dachau und betonte, dass »die Menschen aus den ehemaligen Ostgebieten gerade in den 1950er Jahren wesentlich zur Entstehung des bayerischen Wirtschaftswunder beigetragen haben.«

Er schilderte zudem die Entwicklung vom ehemaligen Wohnlager Dachau-Ost (auf dem Gelände der heutigen KZ-Gedenkstätte) zum heutigen Stadtteil. »Damit die Kultur unserer Mitbürger aus Schlesien, dem Sudetenland und aller anderen Gebieten nicht vergessen wird stehen wir heute hier«, sagt er abschließend.