19.75°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 22. May 2018 · 13:58 Uhr
 
 
 

Der Huchen

Ampertaler des Monats Februar

Mittlerweile in der Amper ausgestorben: Der Huchen. Jedoch ist eine Rückkehr des »Königs der Fische« möglich. (Foto: Matthias von Lonski )

Die Gebietsbetreuung des Ampertals bei den Landschaftspflegeverbänden Dachau und Fürstenfeldbruck (gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds und dem Bezirk Oberbayern) stellt jeden Monat einen »echten Ureinwohner« vor

Eigentlich passt auf unseren »Ampertaler des Monats« diese Bezeichnung nicht, denn zumindest im Moment gilt er in der Amper als ausgestorben: der Huchen

Als Salmonide ist er verwandt mit Bachforelle, Äsche und Co., allerdings grenzt er sich besonders durch eine Eigenart von seiner Verwandtschaft ab: er erreicht enorme Größen, und wo er vorkommt, steht er unangefochten an der Spitze der Nahrungskette! Und das ist kein Wunder, denn bei einer maximalen Länge von 1,50 m braucht er zumindest als ausgewachsener Fisch keine Fressfeinde zu fürchten. Diesen stattlichen Maßen verdankt er auch seine Bezeichnung »Donaulachs«. Daraus lässt sich allerdings noch eine weitere wichtige Information herauslesen, denn der Huchen ist in Deutschland tatsächlich nur in der Donau und ihren beiderseitigen Zuflüssen anzutreffen. Das heißt zugleich auch, dass Bayern eine enorme Verantwortung trägt, wenn es um den Erhalt dieses außergewöhnlichen Flussbewohners geht. Umso mehr, als die Bestände der Art in BadenWürttemberg mittlerweile als erloschen gelten.

Und auch bei uns ist es um den Huchen nicht gerade rosig bestellt, denn so unangefochten er sein Unterwasserkönigreich regiert, so anfällig reagiert er auf die menschgemachten Veränderungen in unseren Fließgewässern. Strukturarmut, Verschlammung seiner Laichplätze auf überströmten Kiesbänken durch Bodeneinträge aus der Landwirtschaft, alle paar Kilometer unüberwindliche Barrieren in Form von Kraftwerken und Wehren auf dem Weg zu seinen Laichgründen und Wassererwärmung in Folge des Klimawandels sind nur ein paar Beispiele aus der langen Liste von Gefährdungsursachen. Vielerorts kann er sich sowieso nur noch durch Nachzuchten und Besatzmaßnahmen der Fischereivereine halten.

All diese Gründe haben auch in der Amper, welche in historischer Zeit als Fluss mit gutem Huchenbestand bekannt war, zu seinem Aussterben geführt. Allerdings wäre eine Wiederbesiedelung durchaus möglich, denn in der Isar, in welche die Amper bei Moosburg mündet, findet er sich noch einigermaßen zahlreich. Dafür müssten sich allerdings die Bedingungen in und an unserem Fluss deutlich verbessern. Wovon natürlich nicht nur der Huchen, sondern zig weitere Arten profitieren würden.