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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 25. August 2019 · 17:25 Uhr
 
 
 

Bessere Netze, höhere Taktung, schnellere Infos

Bürgerdialog zum Thema ÖPNV–Schienenverkehr/voller Sparkassensaal

Heiko Büttner (S-Bahn-München), Landrat Stefan Löwl, Dr. Bernd Rosenbusch (von li) sprachen über die Schiene als Rückgrat des ÖPNV. (Foto: A. Förster)

Der Bürgerdialog zum Thema öffentlicher Nahverkehr beschäftigte sich nach den Schwerpunktthemen Straße und Fahrrad nun mit der Bahn. »Der Schienenverkehr ist das Rückgrat des ÖPNV« sagte Landrat Stefan Löwl gleich zu Beginn der Veranstaltung. Wie wichtig ihm selbst das Thema ist, zeigte die Einladung zweier hochkarätiger Referenten: Dr. Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) sowie S-Bahn-München-Geschäftsführer Heiko Büttner. Entsprechend groß war das Interesse der Landkreisbürger, die den Sparkassensaal in Dachau füllten.

MVV-Geschäftsführer Rosenbusch stellte die Vorzüge von Verbünden heraus, mit deren Hilfe mehr Menschen ihr Auto stehen ließen und auf öffentliche Verkehrsmittel umstiegen. Man müsse aber noch mehr Geld investieren, um den S-Bahn-Raum zu erweitern, um Tangentialverbindungen zu schaffen, damit die Menschen nicht immer Umwege in Kauf nehmen müssten. Und man brauche eine bessere Infrastruktur, das heißt bessere Netze, Bahnhöfe und Stellwerke, sowie einen höheren Takt bei Bus und Bahn. Bei den Investitionen in die Schiene liege man in Europa auf einem der hinteren Plätze, weit hinter Dänemark, Großbritannien und Italien. Hier sei die Politik gefordert. Seitens des MVV sei eine automatisierte Fahrpreisberechnung geplant sowie, im Verbund mit den anderen ÖPNV-Anbietern, eine Info-Plattform mit allen Angeboten im Großraum München.

S-Bahn-Chef Heiko Büttner zeigte sich angesichts häufiger Verspätungen und miserabler Fahrgastinformationen zerknirscht und verwies auf die Abhängigkeit von äußeren Umständen: Das häufig defekte Stellwerk Ost sei aus den 1960er, die Netze aus den 70ern und überhaupt sei die S-Bahn-München nur für 250.000 Fahrgäste am Tag konzipiert worden, mittlerweile seien es mehr als 800.000 und vor der Fertigstellung der zweiten Stammstrecke werden es eine Million Fahrgäste sei. Doch man arbeite stetig an Verbesserungen: das fange bei der Einzäunung der Bahnstrecken an, damit keine Personen mehr aufs Gleis kämen, die den Verkehr aufhielten, dazu kämen Maßnahmen zur Verkürzung der Ein- und Ausstiegszeiten durch moderne Züge, Lotsen und Haltezeitencounter, und schließe ein Pilotprojekt zu Bahnsteigtüren mit ein, die verhindern sollen, dass Personen auf die Schienen springen oder geschubst werden können. Auch an einem IT-Programm sei man dran, das die Informationen im Störungs- oder Verspätungsfall den Fahrgästen in Echtzeit zugänglich mache.

Die Bürger selbst wünschten sich vor allem einen verbesserten Takt bei der S2 nach Altomünster und einen durchgängigen 20-Minuten-Takt nach Petershausen, einige forderten eine nutzbare Nord-/Süd-Ringverbindung nach München, von der schon lange geredet werde und, nicht zuletzt, eine zuverlässigere S-Bahn mit weniger Verspätungen sowie endlich eine funktionierende Fahrgastinformation.