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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 23. May 2019 · 15:06 Uhr
 
 
 

»Rettet die Bienen«: Es bleiben nur wenige Tage

Die Frist zum Eintrag für das Volkbegehren endet am 13. Februar

Das ÖDP-Volksbegehren heißt vollständig »Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen!« Es bezweckt, ein Umdenken im Kampf gegen das Artensterben zu erreichen. Parteien und Gruppen im ganzen Landkreis Dachau unterstützen das Vorhaben. Für einen Erfolg sind bayernweit allerdings fast eine Million Unterschriften nötig, auf Landkreisebene sind es rund 10.000.

Vom 31. Januar bis 13. Februar, also binnen 14 Tagen, müssen sich zehn Prozent der Wahlberechtigten in Bayern in den Rathäusern und Bürgerbüros ihrer Gemeinde für das Volksbegehren eintragen. Die Unterschrift ist nur mit Vorlage des Personalausweises gültig. Die Hürde ist hoch, doch Adrian Heim, Kreisvorsitzender der ÖDP, die das Volkbegehren initiiert hat, ist überzeugt, dass es gelingt: »Dieses Volksbegehren hat das Potenzial, das erfolgreichste in der Geschichte Bayern zu werden.« Viel steht auf dem Spiel: Das Artensterben von Flora und Fauna ist längst ein Fakt, der auch in der breiten Öffentlichkeit angekommen ist. Gerade an den Bienen wird es sichtbar: Von den einst 506 in Bayern heimischen Wildbienenarten gibt es noch 466, die anderen gelten als ausgestorben. Von den übrig gebliebenen sind fast die Hälfte vom Aussterben bedroht oder gefährdet. Bei den Honigbienen sieht es nicht besser aus. Vor allem in den Ackerbauregionen finden sie oft schon im Juli so wenig Blüten, dass sie die Imker zufüttern müssen. Betroffen sind aber auch die Schmetterlinge, die Vögel und Insekten. In Bayern gibt es beispielsweise 73 Prozent weniger Tagfalter als vor einigen Jahrzehnten, sagt die Sprecherin des Volksbegehrens, Tierärztin Agnes Becker.

Konkret will die Initiative beim Naturschutz einiges verbessern:

Der Anteil der Bio-Landwirtschaft im Freistaat soll bis 2030 auf 30 Prozent steigen (bisher 10 Prozent). Außerdem sollen Bauern verpflichtet werden, Hecken, Büsche, Feldraine und Bauminseln anzulegen und zerstörte Lebensräume für die heimische Pflanzen- und Tierwelt wieder herzustellen. Binnen zehn Jahren soll ein Biotopverbund entstehen. An Bächen, Flüssen und Seen sollen fünf Meter Randstreifen frei von Landwirtschaft bleiben, damit Fische und andere Wassertiere nicht länger an ihr leiden.

Im Landkreis Dachau hat das Volksbegehren eine ganze Reihe von Unterstützern, darunter neben der ÖDP der Landesbund für Vogelschutz (LBV), Bündnis 90/Die Grünen, die SPD, das Bündnis für Dachau, der Bund Naturschutz (BN), der Landesverband Bayerischer Imker, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und 150 andere Organisationen.

Aber auch jeder einzelne kann etwas tun: Gerade was das Anlegen von Blühwiesen und die Ansaat von Blumen betrifft, die von Bienen gut angeflogen werden können. Eine Bäuerin hat sich gerade über diesen Punkt im Radio beschwert: Sie werde verpflichtet, ihre Wiesen bis Juni wachsen zu lassen, aber Privatpersonen mähen ihren Rollrasen schon im Frühjahr raspelkurz. Wer nicht weiß, wie er der Natur helfen kann, kann sich an Gärtnereien wenden oder in den großen Gartenabteilungen der Baumärkte umsehen. Hier findet man Samen für bunte Bienenweiden und viele Bäume, Sträucher und Blütenpflanzen, die besonders wertvoll sind und gerne von Bienen angeflogen werden.