2.88°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Wednesday, 11. December 2019 · 13:48 Uhr
 
 
 

Zum Abschluss die Krönung

»Blues Brothers« feierten ihre letzte Show

Das ultimative Blues-Konzert im Karlsfelder Bürgerhaus. (Foto: KA)

Ein kochender Saal, stehende Ovationen und eine ausgelassene Stimmung: Das Karlsfelder Publikum hatte die Ehre, die letzte Show der erfolgreichen Produktion »A Tribute to the Blues Brothers« der Konzertdirektion Landgraf am Freitag, den 5. April im Bürgerhaus live mitzuerleben. Nicht nur die Besucher, auch die Darsteller feierten diesen Moment mit Hits wie »Jailhouse Rock« oder »Soul Man« ausgiebig.

Die Mission der Blues Brothers: die Rettung eines katholischen Waisenhauses mit Hilfe des Blues. Die Brüder Jake und Elwood – kurz: die Blues Brothers - trommeln ihre alte Band zusammen, liefern sich spektakuläre Verfolgungsjagden mit Gesetzeshütern, begehren gegen die Wohlstandgesellschaft auf und kennen nur ein Ziel: das ultimative Blues-Konzert. Dabei wurden in diesem »Tribute« die Geschichte der legendären Blues Brothers nicht einfach nacherzählt; die Zuschauer erfuhren vor allem etwas über das wild bewegte Leben der beiden Komiker John Belushi und Dan Aykroyd, die als Männer hinter den Sonnenbrillen die Blues Brothers erst ins Leben gerufen haben. Was 1976 als lustiger Sketch für die beliebte NBC-Comedy-Show »Saturday Night Live« begann, entwickelte bald ein Eigenleben und wurde schließlich Kult. Der Rest ist Geschichte – und eine großartige noch dazu. Faszinierende Bühnenbilder und die rundum bespielte LED-Wand mit rasanten Autoszenen und beeindruckenden Bildern, versetzten die Zuschauer mitten in das Leben der beiden Haudegen.

Eine brillante Besetzung unter anderem mit Jörg Bruckschen als der besonnene Dan Aykroyd/Elwood und Ronald Tettinek als drogen- und alkoholsüchtiger John Belushi/Jake sowie Georgia M. Reh, die die besorgte Ehefrau Belushis mimte, rissen das Publikum in ihren Bann – sowohl stimmlich als auch schauspielerisch. Ronald Tettinek absolvierte seine gesangliche Ausbildung am Schubert Konservatorium Wien und privat, Jörg Bruckschen zog es nach dem Studium der Kommunikationswissenschaft, Psychologie und Kunstwissenschaft an der Universität Essen nach Köln, wo er nach dreieinhalbjähriger Ausbildung sein Diplom als Schauspieler an der Arturo Schauspielschule erhielt. Das gesamte Ensemble sowie die junge Band, die den Zuschauern traumhafte Blues-Momente schenkte, gab an diesem Abend alles.

»Das war ein perfektes Team, das ist keine Selbstverständlichkeit bei solch einer Produktion«, betonte Aykroyd-Darsteller Jörg Bruckschen am Ende und bedankte sich fast melancholisch bei seinem Team, das nach rund 250 Auftritten durch und durch aufeinander eingespielt war und dem Publikum, das den letzten Auftritt der Blues Brothers kräftig zelebrierte. Mehrmals verlangten die Zuschauer mit tosendem Applaus nach einer Zugabe, um das Ensemble nochmal auf die Bühne zu holen. Bei »Freedom« oder »Twist« hielt es keinen mehr auf den Sitzen. Zum letzten Auftritt holte Jörg Bruckschen seine Tochter und Freunde sowie den wohl größten Blues-Brothers-Fan, den kleinen Timotheus, der über 25 Shows dieser Produktion besucht hat und dafür mit seiner Mutter quer durch Deutschland gereist ist, zum Abschluss mit auf die Bühne. Man hatte das Gefühl, dass die Zuschauer und selbst die Mitwirkenden nicht wollten, dass dieser schöne Abend zu Ende geht.

Inszeniert wurde das Stück von Ingmar Otto, der als gebürtiger Bochumer seinen Berufsweg als Regieassistent am Essener Grillo-Theater startete. Die musikalische Einstudierung übernahm Viktor Pries, der 2005 ein Semester Musikwissenschaft an der Universität Paderborn studierte und an der HfM Detmold den Studiengang Schulmusik absolvierte. Für die ausgezeichnete Choreografie zeichnete Janne Geest verantwortlich, die ihr Diplom zur Musicaldarstellerin mit Schwerpunkt Tanz an der staatlichen Stage School of Dance Drama and Music in Hamburg absolvierte. Matthias Strahm (Kostüme) lebt zurzeit in Schottland als freischaffender Bühnen- und Kostümbildner für Schauspiel und Tanz.