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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Friday, 13. December 2019 · 02:05 Uhr
 
 
 

Mandatsträgerkonferenz

Zukunft der Straßeninfrastruktur im Landkreis

Dr.-Ing. Ulrich Rückert (Intraplan), Florian Haas (Referent für Kreisentwicklung LA DAH) und Landrat Stefan Löwl (von li). (Foto: Landratsamt Dachau)

Mehr als 60 Gemeinde-, Stadt- und Kreisräte folgten am Montag, den 15. Juli der Einladung von Landrat Stefan Löwl zu einer Mandatsträgerkonferenz zum sogenannten MIV-Konzept ins Bürgerhaus Karlsfeld. Nach dem fertiggestellten, neuen Nahverkehrsplan sowie dem weit fortgeschrittenen Radverkehrskonzept wurde nun auch der sogenannten motorisierte Individualverkehr (kurz: MIV) im Zuge des Gesamtverkehrskonzepts betrachtet und die gutachterlichen Ergebnisse vorgestellt.

Durch die Kreisverwaltung sowie das beauftragte Fachbüro Intraplan wurden die im Zuge der Grundlagenermittlung – unter Beteiligung der Gemeinden, Mandatsträger sowie der Bürgerschaft – knapp 50 Straßenbauprojekte beziehungsweise -ideen systematisch erfasst, standardisiert bewertet und auf ihre verkehrliche Wirksamkeit sowie Realisierbarkeit untersucht. Diese Analyse umfasste unter anderem mehrere Varianten einer Westumfahrung der Stadt Dachau und unterschiedliche Umfahrungsoptionen für straßenverkehrlich stark belastete Gemeinden beziehungsweise Gemeindeteile sowie eine Verkehrsmodellierung für den Landkreis Dachau im Jahr 2030.

Die nun von Herrn Dr.-Ing. Ulrich Rückert (Intraplan) vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass einzelne Umfahrungen zwar durchaus entlastende Wirkungen für die Orte entfalten und durch weitere gestalterische Maßnahmen die Lebensqualität tangierter Ortszentren deutlich steigern könnten, keine der Projektideen jedoch »die große Lösung« für ein staufreies Autofahren vom Dachauer Hinterland in den Norden München oder ähnliches erwarten lässt.

Landrat Stefan Löwl bilanziert: »Das Ziel des MIV-Konzepts, nämlich lange und immer wieder diskutierte Maßnahmenideen auf Ihre Auswirkungen hin zu überprüfen, wurde erreicht. Mit diesen, auf einer einheitlichen und damit vergleichbaren Bewertungsgrundlage erarbeiteten Ergebnissen können endlich wirksame von unwirksamen Projektideen getrennt werden.« Gleichermaßen stellt er jedoch auch klar: »Ganz ohne neue Straßeninfrastruktur wird die Mobilität der Zukunft sicherlich nicht abgewickelt werden können. Die wachsende Bevölkerung mit den zunehmenden Mobilitätswünschen und die innerörtlich notwendige Neuverteilung des Straßenraums können ohne Ausweichoptionen nicht verträglich gelöst werden. Und auch Busse, neue Verkehrsmittel sowie Wirtschafts-, Dienstleistungs- und Lieferverkehre benötigen entsprechenden Straßenraum.«

Bevor das MIV-Konzept nun finalisiert und der Öffentlichkeit vorgestellt wird, werden die Gemeinden im Landkreis Dachau nun um ihre Einschätzung und Stellungnahme gebeten.

Weitere Informationen zum Projekt sowie den Ergebnissen finden Sie auf der Webseite unter dem Reiter »Kreisentwicklung«.