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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 21. September 2019 · 02:51 Uhr
 
 
 

Karlsfeld setzt sich für Artenschutz ein

Die Gemeinde lässt Blühwiesen für Insekten anlegen

Esther Veges (Landschaftspflege), Stafan Kolbe (BM Karlsfeld), Sybille Hein (Naturschutz), Maximilian Schuster (mit Jagd-Terrier), Walter Winkler (mit Jagdhund) und Georg Bichler (Jagdverband) wollen das Beste für Mensch und Natur. (Foto: A. Förster)

Auf einer rund rund zwei Hektar großen Fläche neben dem Umspannwerk in Karlsfeld-Gröbenried betreibt die Gemeinde Karlsfeld Umweltschutz mit Vorbild-Charakter. Mit tatkräftiger Unterstützung von Jagdpächtern, Landschaftspflegeverband und Unterer Naturschutzbehörde. Das funktioniert, weil alle es wollen.

Das Gelände neben dem Umspannwerk am Hadinger Weg Ecke Gündiger Weg war einmal Eigentum von EON, nun gehört es der Gemeinde Karlsfeld, die es als Ausgleichsfläche nutzt, um etwas für den Artenschutz in der Region zu tun. Konkret haben sich Bürger, Verbände und Behörden im Interesse von Umwelt und Natur in vorbildlicher Weise zusammengetan. Der Karlsfelder Bürgermeister Stefan Kolbe war sichtlich stolz, als er das Projekt der Öffentlichkeit vorstellte und dabei von Sybille Hein von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Dachau gelobt wurde: »Die Gemeinde Karlsfeld gehört zu den Gemeinden, die einiges in ihre Ausgleichsflächen investiert...«

Seit einem Jahr ist der Landschaftspflegeverband (LPV) Dachau mit im Boot, der im Auftrag der Gemeinde die Pflege der Fläche übernommen hat. Im Frühjahr diesen Jahres wurden Teilflächen an die Jagdgenossenschaft vergeben, die auf den zur Verfügung gestellten Flächen hochwertige Blühmischungen angelegt hat, um aus dem Brachland ein Biotop aus Blumen, Gräsern, Farnen und Kräutern zu machen. Die »Hasenapotheke« genannte Saatmischung ist nicht nur bei Insekten, sondern auch bei Bodenbrütern, Feldhasen und Rehen beliebt.

In Kürze wird ein Bauer extra mit einem insektenfreundlichen, sonst nicht mehr verwendeten Balkenmähwerk die verblühte Fläche mähen, aber »das Unkraut muss teilweise noch händisch entfernt werden«, weiß LPV-Dachau-Geschäftsführerin Esther Veges. Sie freut sich, dass der Große Wiesenknopf großflächig geblüht hat und überraschenderweise auch die Iris Sibirica, was besonders auch Schmetterlingen wie dem Ameisenbläuling gefiel. Die Fläche dient dem Unterschlupf von Niedrigwild wie Hasen, Fasenen und Rehen, die hier ihre Kitze im hohen Gras problemlos ablegen konnten. Mittlerweile ist der Nachwuchs groß genug oder flügge und es kann gefahrlos gemäht werden.

Der Schnitt wird nicht einfach weggeworfen, sondern in der Landwirtschaft weiterverwendet. Die Jäger um Jagdpächter Maximilian Schuster, Georg Bichler (stv. Vorsitzender des Jagdverbands Dachau) oder Jagdaufseher Walter Winkler achten in der Jagdsaison darauf, dass zum Beispiel der Fuchs nicht überhand nimmt und sorgen ganz generell für ein gesundes Gleichgewicht zwischen Raub- und Beutewild. Alle sind erkennbar stolz, was ihnen da gelungen ist und hoffen, dass es ihnen viele Gemeinden nachmachen werden.