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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Monday, 23. April 2018 · 07:42 Uhr
 
 
 

Die neue Lehrküche

… der Schule Hebertshausen

Das Planungsduo: Schulleiterin Ilse Oftring-Thomas und Küchenprofi Jürgen Schreier (Foto: Öxler)

Sie gaben mir 20 Minuten. Exakt 20 Minuten, mich in der neu gestalteten Lehrküche der Grund- und Mittelschule Hebertshausen umzusehen und, falls gewünscht, ein paar Fotos zu schießen… Etwas Zeitdruck, ja, aber freilich nicht aus Schikane, sondern weil es nach der großen Pause sofort weitergehen sollte mit dem Unterricht rund um Ernährung und Lebensmittelzubereitung. Verstand ich, keine Frage, und traf mich darum mit Küchenprofi Jürgen Schreier schon etwas früher im Schulhof, damit er mich ins Bild setzen konnte: in Sachen neuer Lehrküche und, um mir die sechs W-Fragen – wer, was, wann, wie, wo und warum – zu beantworten… Die bisherige Küche sei in die Jahre gekommen, eigentlich völlig veraltet gewesen, erzählte er mir und auch, quasi als Beweis, dass er dort schon Kochunterricht gehabt hätte während seiner Schulzeit. Ja, jedenfalls hätte die Schulleitung dieses Jahr die Neugestaltung des großzügigen Küchensaals und des angrenzenden Hauswirtschaftsraums ausgeschrieben und, ums kurz zu machen, der Küchenstadel habe den Zuschlag erhalten. Sie hätten auch wirklich knapp kalkuliert, betonte er, und vielleicht auch einen Vorteil den Mitbewerbern gegenüber gehabt: Kompetenz in der Planung von Lehrküchen, in denen ja zuweilen mehr als zwanzig Schülerinnen und Schüler gleichzeitig zugange seien. So habe er hier, für die Schule in Hebertshausen bereits die Erfahrung aus der Gestaltung einer Lehrküche für die Dachauer Ludwig-Thoma-Schule einbringen können. In puncto Raumaufteilung und Ausstattung, fügte er noch an, wobei die Schulleiterin Ilse Oftring-Thomas selbst bestimmte Vorstellungen hatte und Ideen mit eingebracht habe. Das Klingelzeichen zur Pause und Kinder, die auf den Pausenhof strömten, sagten uns, dass die Zeit für die Besichtigung läuft. 20 Minuten, ab… jetzt. Gegen den Strom der Schülerinnen und Schüler, die bei dem schönen Wetter alle raus wollten, drängten Jürgen Schreier und ich uns rein. Gleich links, den Gang entlang, das wusste ich schon von der Terminvereinbarung. Ilse Oftring-Thomas überließ uns die Küche, die blitzblank geputzt und aufgeräumt auf die nächste Klasse des sozialen Zweigs wartete. Großzügig wirkte sie auf mich, nach einem ebenso einfachen wie räumlich praktischen Konzept eingerichtet: drei Blöcke, alle identisch eingerichtet: Cerankochfeld, Spüle, große Schubladen für die notwendigen Küchenutensilien. Mir gefiel bei aller Schlichtheit, dass die Granitarbeitsflächen als seitliche Wangen fortgeführt worden sind. Typisch für das Küchen­stadel-Team, dachte ich, nicht nur die Funktion, sondern auch die Form wird bei der Planung gleichrangig bewertet. Das hatte ich nicht nur in der ständigen Hausausstellung im »Stadel« schon bemerkt, auch auf den Baustellen in privaten Wohnungen und Häusern, die ich in den letzten Jahren besuchen durfte, stach mir dies ins Auge. Wobei die formalen Aspekte nie Selbstzweck zu sein scheinen, sondern schlicht-elegante Unterstützung der Funktion. Klassische Denke also, die auch in der Grund- und Mittelschule sichtbar wird: Im Mittelpunkt soll nicht die Küche, die Möblierung, die Einrichtung stehen, sondern die Kinder, die hier unterrichtet werden und Spaß beim Zubereiten, Kochen und Anrichten haben sollen. Und haben werden, da bin ich mir sicher!