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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 18. November 2018 · 17:41 Uhr
 
 
 

Thema: Patientenverfügung

Wichtige Informationen aus kompetenter Hand

Luden zum bestens besuchten Vortrag (von li) Bürgermeister Peter Felbermeier, CSU Ortsvorsitzende Claudia Kops, RA Dr. Dominik Härtl und OV-SEN Jürgen Schindler. (Foto: CSU Haimhausen)

Das Thema Patientenverfügung wird immer wichtiger und hat persönliche entscheidende Auswirkungen. Ein Ausfüllen der Formulare, ohne entscheidendes Hintergrundwissen, ist nicht wirklich einfach. Aus diesem Grund veranstaltete die CSU Haimhausen am Mittwoch, den 2. Mai einen Vortrag mit anschließender Fragerunde. Neben dem Referenten, Rechtsanwalt Dr. Dominik Härtl, Fachanwalt für Familienrecht aus Dachau, freute sich CSU Ortsvorsitzende Claudia Kops, die so zahlreich erschienenen Gäste, darunter Bürgermeister Peter Felbermeier, Michael Niedermair, Kreisvorsitzender des Arbeitskreis Bildung und Schule, sowie den Senioren Union Ortsvorsitzenden Jürgen Schindler begrüßen zu dürfen.

Zur Einführung stellte Dr. Härtl die Unterschiede zwischen den Bereichen »Vorsorgevollmacht«, »Betreuungsverfügung«, »Patientenverfügung« und »Verfügung von Todes wegen« dar, wobei das Testament nicht Teil des Vortrages war. Sehr betont hat der Experte, wie wichtig es ist, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und rechtzeitig mit seinen vertrauten Personen darüber zu sprechen – viele verdrängen das Thema und wollen sich damit nicht konkret befassen. Wenn der Ernstfall eingetreten ist, ist es zu spät und dann kann vom Gericht ein Betreuer bestellt werden, den man eventuell nicht will.

Vorsorgevollmacht: Wer wird mein Stellvertreter, wenn ich nicht mehr entscheiden kann?

In der Vorsorgevollmacht wird geregelt, wer als Vertrauensperson in meinem Namen handelt. Zu beachten ist, dass für Grundstücksverkäufe oder Ähnliches zusätzlich eine notarielle Beurkundung notwendig ist. Einige Banken verlangen eine zusätzliche Vollmacht auf ihren eigenen Formularen und erkennen die Vorsorgevollmacht so nicht an.

Betreuungsverfügung: Wer wird mein Betreuer beziehungsweise wer soll auf keinen Fall mein Betreuer werden?

Die Betreuungsverfügung ist in der Regel alternativ zur Vorsorgevollmacht vorgesehen. Der wesentliche Unterschied zur Vorsorgevollmacht ist, dass der Betreuer vom Gericht kontrolliert wird und bestimmte Maßnahmen der Genehmigung durch das Gericht erfordern, was natürlich Kosten verursacht.

Patientenverfügung: Welche ärztlichen Eingriffe möchte ich beziehungsweise welche möchte ich auf gar keinen Fall?

Die Patientenverfügung ist eine verbindliche Anweisung an Ärzte, welche Maßnahmen gewünscht (soweit nicht verbotenes Verhalten verlangt wird) beziehungsweise welche Maßnahmen strikt abgelehnt werden, will man um Beispiel künstlich ernährt werden, wenn man nach einem schweren Unfall im Koma liegt und wenig Hoffnung auf Besserung besteht? Hier ist eine ärztliche Beratung vorab sinnvoll, aber nicht notwendig. Auch entkräftete Dr. Härtl das Vorurteil: »Ich bin ja verheiratet und mein Ehepartner kümmert sich um alles, daher brauche ich keine Vollmachten auszufüllen«. Auch hier sind die entsprechenden Vollmachten sinnvoll und notwendig, da ein Ehepartner per Gesetz nicht automatisch zum Stellvertreter beziehungsweise Bevollmächtigten wird.

Testament: Wer wird mein Erbe?

Der kompetente Vortrag von Dr. Dominik Härtl und die vielen beantworten Fragen haben gezeigt, dass das Thema sehr wichtig für die Zuhörer ist und an diesem Abend für viele die Hemmschwelle gesunken ist, nicht nur über die Vollmachten nachzudenken, sondern diese auch auszufüllen.

Ortsvorsitzende Claudia Kops, bedankte sich am Ende der Veranstaltung beim Referenten mit einem Geschenk für diesen so interessanten Vortragsabend.